Sektenkindern eine Stimme geben

Menschen, die in sektiererischen Gruppierungen hineingeboren werden oder in jungen Jahren hineingeraten, sind häufig gravierenden Einschränkungen ausgesetzt. Was es bedeutet, »wie eine Maschine« groß zu werden, anscheinend nur Teil eines angeblich größeren Ganzen zu sein, und wie wichtig es daher ist, Hilfeangebote speziell für Sektenkinder zu schaffen, ist Thema der neuen Podcast-Folge von »Kopfkino – Aussteiger berichten«.

Dina Hellwig, Schauspielerin und Sprecherin, ist bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen und spricht mit Kathrin Kaufmann und Laura Illig über ihr neues Buch »Sektenkinder – Vom Aufwachsen in neureligiösen Gruppierungen und dem Leben nach dem Ausstieg« – ein Buch, das für sogenannte Sektenkinder selbst geschrieben ist. Das Buch zeichnet eindrucksvoll das Leben in einer Sekte nach. Was es genau mit den Betroffenen macht und wie wichtig es ist, diese Menschen aufzufangen und geeignete Hilfeangebote zu schaffen, zeigen die starken Zitate ehemaliger Sektenkinder.

Destruktive Gruppierungen richten ihre Energie stark nach innen – sie isolieren sich größtenteils von der Außenwelt, sodass kaum etwas davon, was hinter verschlossenen Türen geschieht, nach außen dringt. Mit ihrem Buch wollen die Autorinnen vor allem auch zeigen, dass es einen großen Unterschied macht, ob man als Kind in eine solche Gruppierung hineingeboren wird oder ob man sich selbst zu einem späteren Zeitpunkt entschließt, einer solchen Gruppierung beizutreten – und für das Thema sensibilisieren.

Das Buch basiert auf einer wissenschaftlichen Studie, für die den beiden Autorinnen 2019 der Förderpreis des Deutschen Berufsverbandes für Soziale Arbeit und des Fachbereichstags Soziale Arbeit für herausragende Abschlussarbeiten verliehen wurde.

Hören Sie mehr über die Entstehungsgeschichte des Buches und über das Leben sogenannter Sektenkinder.

Hier » geht es direkt zum Podcast.

»Ich konnte gar nicht entscheiden, was ich glaube. Einem Kind kannst du alles sagen, das glaubt dir alles. Ich habe alles sofort geglaubt, ohne irgendwie irgendetwas zu hinterfragen. Ein Mensch, der mitten im Leben einer Sekte beitritt, hat schon eine Persönlichkeit. Ich finde es sehr gefährlich, dass das bei Kindern nicht so ist. Es tut mir für jedes Kind leid, das in eine Sekte hineingeboren wird. Die werden so programmiert, dass sie es extrem schwer haben, sich daraus zu befreien.«

Lisa, 21 Jahre

»Wenn die Gefahr von außen alle betrifft – macht Corona solidarischer?«

Die Vortragsreihe »Anthropologische Psychiatrie – philosophische Aspekte psychischer Erkrankungen« der Universität Hamburg gibt es nun auch online in voller Länge!

Das Oberthema des Wintersemesters 2020/2021 lautet: »Nähe und Seelische Gesundheit – Zur Anthropologie von Gesundheit und Krankheit in der Psychiatrie zur Corona Zeit«.

Ziel der Vorlesungsreihe ist seit ihrem Start im Jahr 2000, psychischen Erkrankungen nicht auf die Abweichung von Normen oder die Folge entgleister Transmitter zu reduzieren, sondern den ganzen Menschen zu sehen und den fließenden Übergang zu betonen: Niemand ist nur gesund oder nur krank.

Unser Verständnis von Krisen und Hilfen muss widersprüchlich und vielseitig sein, hat auch eine politische und kulturelle Dimension: Seelische Gesundheit erfordert gesunde Umwelt und soziale Städte/Orte, eine gesunde Verteilung von Ressourcen – mit Vorteil für alle: Was psychisch sensiblen Menschen gut tut, ist gesund für uns alle. Gilt das auch für die Nähe?

Zum Vortrag »Bedeutung von persönlicher Nähe und Begegnung – oder müssen wir umdenken?« von Gyöngyver Sielaff »

Zum Vortrag »Wenn die Gefahr von außen alle betrifft – macht Corona solidarischer?« von Gwen Schuld, Prof. Dr. Thomas Bock und Dr. Candelaria Mahlke »

Die DGSP feiert ihren 50. Geburtstag – Wir sind dabei und gratulieren

Ein Jubiläum ist immer ein guter Grund zu feiern. Die »Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.« tut dies im Rahmen ihrer Jahrestagung 2020 mit einem digitalen Fach- und Festgespräch und einem ganz besonderen Heft ihrer Zeitschrift »Soziale Psychiatrie«.

Die DGSP ist ein Verband, ohne den die Fortschritte der sozialpsychiatrischen Versorgung nicht denkbar wären. Ohne ihn wäre auch der Psychiatrie Verlag wohl nie entstanden, zumindest hätte er schwerlich überlebt und sein Profil bis heute halten können. Beide haben die gleichen Wurzeln – historisch, politisch und personell, beide stehen noch heute Seite an Seite, wenn es um die Sicherung und Fortschreibung der Psychiatriereform geht.

Das 50. Jubiläum sollte eigentlich auf einer großen Jahrestagung begangen werden – Corona verhindert dieses Fest vorerst, es wurde in das nächste Jahr verschoben.

Ersatzlos ist diese Verschiebung aber nicht: Am 12. November findet ein kleines DGSP-JubiläumONLINE und vom 12. bis 14. November das Sozialpsychiatrische FachgesprächONLINE statt.

Zu beiden Veranstaltungen sind auch Sie herzliche eigeladen! Der Psychiatrie Verlag ist mit seinen Autor*innen, mit seinen Themen und Büchern genauso dabei wie in den vergangenen Jahren – wir freuen uns auf Sie.



Lesestoff unserer Autor*innen auf der Tagung


Jann E. Schlimme
mit Thelke Scholz, Renate Seroka – »Leben ohne Psychopharmaka – geht das? Und wenn ja, wie?«

Nicht wenige psychoseerfahrene Nutzer*innen von Neuroleptika haben den Wunsch, ihre Medikamente zu reduzieren.
Tatsächlich könnten viele ihre Medikation nicht nur reduzieren, sondern sogar ganz absetzen und mit weniger oder ohne Psychopharmaka deutlich besser leben. Das Buch liefert Antworten auf die Frage: Wie funktionieren die Reduktion von Psychopharmaka und eine erfolgreiche Recovery?

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Silvia Krumm (Hg.)
mit Reinhold Kilian (Hg.), Heiko Löwenstein (Hg.) – »Qualitative Forschung in der Sozialpsychiatrie«

Wie organisieren Menschen mit psychischen Erkrankungen unter den jeweiligen Rahmenbedingungen ihr Leben sinnhaft, und welche Wechselbeziehung besteht zwischen diesem Prozess und der psychosozialen Versorgung?

Durch die qualitative Forschung wird die zentrale Bedeutung sozialer Faktoren für das Verständnis und die Behandlung psychischer Erkrankungen sichtbar.

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Lieselotte Mahler
mit Ina Jarchov-Jàrdi, Christiane Montag, Jürgen Gallinat – »Das Weddinger Modell«

Keine Patient*innengespräche über die Patient*innen, sondern nur mit ihnen, so lautet das Credo im St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Wedding, das zur Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité gehört.
Seit Dezember 2010 werden mit dem sogenannten »Weddinger Modell« neue Wege in der stationären Behandlung beschritten, die auch neue Maßstäbe für die ambulante Behandlung setzen.

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Matthias Rosemann (Hg.)
mit Michael Konrad (Hg.) – »Selbstbestimmtes Wohnen kompakt«

2020 werden die Leistungen der Eingliederungshilfe in den zweiten Teil des Rehabilitationsgesetzes für Menschen mit Behinderung SGB IX überführt. Eine Jahrzehnte alte Vision der Sozialpsychiatrie erhält damit die Chance der Umsetzung.

Mit der Lektüre dieses Buches sind Leitungskräfte und Mitarbeitende von Leistungsanbietern und Kostenträgern für die wichtigste Reformstufe des BTHG gut aufgestellt.

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Hilde Schädle-Deininger – »Grundlagen psychiatrischer Pflege«

Rezepte für alltägliche Situationen in der psychiatrischen Pflege gibt es nicht, da jede Begegnung mit einer psychisch erkrankten Person individuell gestaltet werden muss.
Diese Orientierung am einzelnen Menschen und an der Begegnung ist ein zentraler Mosaikstein in der Ausübung des pflegerischen Berufes – das Buch macht dazu Lust und gibt hilfreiche Anregungen.

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Aktuelle Themen im sozialpsychiatrischen Diskurs – Literatur zu den Workshopthemen



Folgen und Konsequenzen der Corona-Pandemie für die (ambulante) Gemeindepsychiatrie


Stefan Weinmann – Die Vermessung der Psychiatrie

Wenn man die gegenwärtige Psychiatrie verstehen will, muss man verstehen, was in den Köpfen von Psychiater*innen vor sich geht, sagt Stefan Weinmann und plädiert dafür, dass sich die Psychiatrie mehr den sozialen und auch den gesellschaftlichen Bedingungsfaktoren stellt.
Mit diesem Buch liefert er einen kritischen und hochspannenden Beitrag.

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Asmus Finzen – Normalität

Ausgrenzungsphänomene sind in der Gesellschaft an vielen Stellen zu beobachten. Die Begriffe »normal« und »nicht normal« stehen oft für »nachvollziehbar« und »unverständlich«, aber auch für »seelisch gesund« und »psychisch krank«.

Asmus Finzen zeigt auf, wie sehr die Vorstellungen sowohl in der Gesellschaft als auch in psychiatrischen Argumentationen zutiefst von Normalitätsannahmen geprägt sind.

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Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie – Eine Belastung für alle Beteiligten


Martin Zinkler (Hg.) mit
Klaus Laupichler (Hg.), Margret Osterfeld (Hg.) – Prävention von Zwangsmaßnahmen

Zwangsmaßnahmen belasten alle Beteiligten: Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige, Profis. Und doch kommt es im klinischen Alltag immer wieder zu Fixierungen und zu Zwangsmedikation. Maßnahmen zur Prävention und zur Reduktion sind also gefragt.

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Psychopharmakotherapie in der AnwendungEin sozialpsychiatrischer Blick


Asmus Finzen, Harald Scherk, Stefan Weinmann – Medikamentenbehandlung

Der verantwortungsvolle Umgang mit Psychopharmaka will gelernt sein!

Die komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe des Bestsellers von Asmus Finzen gibt Ärzt*innen und Nichtmediziner*innen ein alternatives Nachschlagewerk zu Psychopharmaka an die Hand, das sich an Krankheitsverläufen und nicht am Medikament orientiert.

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Uwe Schirmer – Psychopharmakotherapie und Empowerment

Ein verlässliches Medikamentenmanagement stellt Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen vor Herausforderungen. Pflegende können die Zeit auf der Station nutzen, um mit Patient*innen den eigenverantwortlichen Umgang mit ihren Medikamenten zu üben.

Diese Handreichung für Pflegefachpersonen erleichtert die Durchführung von Trainingsprogrammen.

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Trauma und Bindung im sozialpsychiatrischen Kontext


Im Paket: »Umgang mit traumatisierten Patienten« & »Traumasensible psychiatrische Pflege«

Kompaktes und praxisnahes Fachwissen für die Arbeit mit traumatisierten Menschen.

Über »Umgang mit traumatisierten Patienten«:

Traumata und ihre Folgen sind ein brennendes Thema, nicht nur innerhalb der psychiatrischen Versorgung. Dieser Band liefert das Basiswissen, um sich traumaerfahrenen Menschen kompetent und behutsam zuwenden zu können.

Über »Traumasensible psychiatrische Pflege«:

Pflegende können mit alltagsnaher Begleitung viel zur Stabilisierung und Nachsorge traumatisierter Menschen beitragen, sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor. Diese Einführung aus erster Hand liefert dafür die theoretischen Grundlagen und viele praktische Hilfestellungen.

Hier geht´s direkt zum Paket >>



Im Paket: »Wasims Weste« & »Yussef und die Erinnerungsgeister«

Über »Wasims Weste«:

Diese liebevoll illustrierte Geschichte über Flucht und Trauma zeigt nicht nur, was Kindern hilft, besser durch Krisenzeiten zu kommen, sondern wie auch traumatisierte Kinder Resilienz entwickeln können.

Über »Yussef und die Erinnerungsgeister«:

»Ein wunderbares kleines Buch, das mit klinischer Präzision die Kernsymptome des Traumaspektrums beschreibt, jedoch gleichzeitig in einfachen Worten einen einfühlsamen Zugang zum kulturübergreifenden Leiden der von posttraumatischer Belastungsstörung betroffenen Kinder und Jugendlichen findet.«
Dr. Elisabeth Kaiser, vivo international

Hier geht´s direkt zum Paket >>




Open Access für die sozialpsychiatrische Forschung – DGSP und Psychiatrie Verlag in der Zusammenarbeit


Zur Förderung sozialpsychiatrischer Forschung veröffentlicht der Psychiatrie Verlag in Kooperation mit dem Fachausschuss Forschung der DGSP auf einer Open-Access-Plattform sozialpsychiatrische Forschungsarbeiten.

Hier geht´s zur Website >>








Mitwirkende gesucht! Paare mit Gepäck – Beziehungsporträts von Menschen mit einer psychischen Erkrankung

Für ein neues Buchprojekt suchen wir Paare, die mit einer psychischen Erkrankung umgehen müssen!

Bei Paaren, von denen ein Partner, vielleicht aber auch beide, unter psychischen Problemen leidet, potenzieren sich die Problematiken, heißt es. Aber ist das wirklich und immer so?

Wie lebt es sich als Paar mit psychischen Problemen im Gepäck? Erzählt man gleich, was einen so umtreibt und festhält? Wie lernt man sich überhaupt kennen, und wann kommt die Wahrheit auf den Tisch?
Entwickeln Paare, die mit einer oder mehreren psychischen Erkrankungen umgehen müssen, ganz eigene Strategien in der Alltagsbewältigung? Entsteht vielleicht eine sogar fruchtbare Dynamik? Wer stützt wen, und gibt es darin ein Gleichgewicht? Oder braucht es das gar nicht?
Wie gelingt es, Schwere in Leichtigkeit aufzulösen und sich den eigenen Humor zu bewahren?

Karen-Susan Fessel spricht mit betroffenen Paaren unterschiedlichen Alters und Geschlechts bei ausgiebigen Kaffeegesprächen in privatem Rahmen und lockerer Atmosphäre über die Schwierigkeiten, aber auch eventuellen Vorteilen, die eine anscheinend vorrangig problematische Grundkonstellation mit sich bringt.

Die in privatem Rahmen entstandenen Interviews werden von der Autorin zu jeweils ca. zehn- bis fünfzehnseitigen Reportagen verdichtet und von schwarz-weißen Porträtfotos (Fotograf: Werner Krüper) der jeweiligen Paare illustriert. 

Wir freuen uns sehr, wenn Sie und Ihr*e Partner*in Teil dieses Buchprojekts sein möchten, und sind gespannt auf Ihre Geschichten!

Zuschriften bitte per E-Mail an: kluenter@psychiatrie-verlag.de

Betreff: Buchprojekt Paare mit Gepäck

Einsendeschluss ist der 31.10.2020

Autorin: Karen-Susan Fessel ist Schriftstellerin und lebt und arbeitet in Berlin. Seit 1994 sind mehr als dreißig Romane und Erzählungen für Kinder, Erwachsene und Jugendliche erschienen, die teils mehrfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. 2020 wurde ihr für ihr literarisches Schaffen und soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Fotograf: Werner Krüper absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger, dann wandte er sich der Fotografie zu und studierte Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld. Seit 1990 ist er als freier Fotograf tätig. Sein Interesse für die Menschen, die Pflege in Anspruch nehmen, ist ihm geblieben und schlägt sich unter anderem in Arbeiten für Institutionen und Medien im sozialen Bereich nieder. Für das Erfahrungsbuch »Die Hoffnung trägt« mit Recoverygeschichten von psychisch erkrankten Menschen, das im BALANCE buch + medien verlag erschienen ist, hat er die Porträtfotos gemacht. Weitere Informationen und Fotos unter www.werner-krueper.de

Foto: Pixabay / pexels.com

Schreibaufruf zu Magersucht verlängert

Viele haben uns gesagt, wie wichtig es ist auf das Thema Magersucht aus der Perspektive der Betroffenen zu berichten. Weil uns Anfragen mit der Bitte um mehr Zeit zum Schreiben erreicht haben, verlängern wir nun die Frist bis zum 31.1.2021!

Hier noch mal die Eckpunkte: Menschen mit der Diagnose Magersucht (Anorexie) haben nicht nur eine Essstörung. Es gibt mehr und ganz anderes zu erzählen als über die Beschäftigung mit Essen, Nichtessen, Kalorienzählen und Gewicht. Es gibt andere Geschichten zu berichten, als über Zwangsmaßnahmen, Einschränkungen und die Unmöglichkeit, an Dingen teilhaben zu können.

Dieses Buchprojekt hat das Ziel, einen Rahmen für die Erfahrungen von Menschen mit der Diagnose Anorexie zu schaffen. Auch und gerade interessieren uns die Geschichten von Erwachsenen (auch Männern!), die schon längere Zeit mit der Erkrankung leben. Wir wünschen uns Texte zu folgenden Themen: Wie gelingt es Dir, am Alltag teilzuhaben mit und trotz der vielleicht chronischen Erkrankung? Welche Träume, Wünsche und Ziele gibt es in Deinem Leben, auch wenn Du vielleicht nur ganz heimlich an sie denken magst? Wer und was hilft Dir im Alltag?

Angedacht ist eine Veröffentlichung ausgewählter Texte im BALANCE buch + medien verlag. Weil dort nur ein bestimmter Platz zur Verfügung steht, kann dies nicht nur dazu führen, dass wir nicht alle Texte übernehmen können, sondern auch, dass es vonseiten der Herausgebenden oder des Lektorats Anregungen gibt, Passagen zu überarbeiten, bestimmte Themen zusätzlich aufzunehmen oder auch Textteile zu streichen. Nur so kann es möglich werden, dass das Buch als Ganzes lebendig wird und in sich stimmig bleibt.

Die Beiträge sollten möglichst als Word-Dokument abgespeichert werden und nicht mehr als 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Am Ende jeden Textes wäre es schön, wenn du in 5–6 Stichpunkten noch einmal auflisten würdest, was Dir geholfen hat, den Alltag zu schaffen. Außerdem möchten wir Dich bitten, Magersucht in einem Satz zu beschreiben, der mit folgenden Worten beginnt: Magersucht ist für mich ….

Schreib uns bitte auch, ob du im Falle einer Veröffentlichung bereit bist, dies unter deinem Namen oder unter Pseudonym zu tun, ob du ggf. Lesungen machen oder auch Pressefragen beantworten würdest.

Wir freuen uns sehr über Zuschriften und sind gespannt auf Deinen Erfahrungsbericht!

E-Mails bitte an: magersucht@balance-verlag.de

Betreff: Buchprojekt Magersucht

Einsendeschluss ist der 31.1.2021

Wir werden eine Eingangsbestätigung verschicken, bitten aber um Verständnis, wenn wir erst Mitte April 2021 über den Stand der Dinge informieren können: Ob das Buch zustande kommt oder nicht, wer dabei ist oder nicht.

Wir sind:

Christiane Tilly: Ich habe eigene Erfahrungen mit Magersucht seit der Pubertät, bin Diplom-Pädagogin, habe an verschiedenen Buchprojekten mitgearbeitet und arbeite derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Eckhard Klein: Ich habe erst 2005 verstanden, dass ich Magersucht habe. Da war ich 40 Jahre alt. In diesem Jahr war ich in einer Klinik. Ich war zu der Zeit Redakteur beim NDR. Heute bin ich beim SPIEGEL. Die Magersucht ist noch da. Aber ich habe mich mit ihr arrangiert – mal mehr, mal weniger.

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

Stellenausschreibung: SOUL LALA – Projektmitarbeiter*in gesucht!

Für das Projekt SOUL LALA sucht der Dachverband Gemeindepsychiatrie für die Geschäftsstelle in Köln ab dem 01. November 2020 eine*n Projektmitarbeiter*in für den Bereich Medien (m/w/d) in Teilzeit (bis 1. Februar 2021 50 %, danach 75 %).

SOUL LALA ist das Inklusionsprojekt des Dachverbands Gemeindepsychiatrie e.V. für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Projekt klärt über das Thema »Seelische Gesundheit« auf und bringt deutschlandweit Menschen mit und ohne Behinderungen bei Aktivitäten in den Bereichen Schule und Ausbildung, Kunst und Kultur, Sport und Freizeitgestaltung zusammen. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen mit psychischen Problemen zu fördern.

Alle Informationen zur Stelle und zur Bewerbung gibt es auf der Seite von SOUL LALA »

Verbändeverbund ehrt Opfer der NS-»Euthanasie« mit virtueller Gedenkveranstaltung.

In der Tiergartenstraße 4 in Berlin plante und führte das NS-Regime die systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen (»Aktion T4«) durch. Als Erinnerung an diese Verbrechen organisieren die Verbände aus dem sog. »Kontaktgespräch Psychiatrie« gemeinsam mit verschiedenen anderen Organisationen seit vielen Jahren im September eine Gedenkveranstaltung.
In diesem Jahrgibt es alle Informationen zu Aktivitäten und Projekten auf dem virtuellen Gedenkportal www.nichtvergessen-gedenktag2020.de.

Am 4. September findet von 14 bis 16 Uhr eine Diskussionsveranstaltung zum Thema »Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!« statt. Teilnehmer sind u. a.: Hans Thiersch (Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Klaus Obert (Kontaktgespräch Psychiatrie), Georg Schomerus (Experte für Sozialpsychiatrie und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig), Elke Prestin (angefragt).

Interessierte können über den auf dem virtuellen Gedenkportal bereitgestellten ZOOM-Link live an der Veranstaltung teilnehmen.

Die Stiftung Denkmal hat außerdem einen Einladungsflyer in Leichter Sprache veröffentlicht. Dieser kann hier » heruntergeladen werden.

Initiatoren der Veranstaltung:

• Aktion Psychisch Kranke
• AWO Bundesverband
• Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrische Verbünde
• Bundesnetzwerk Selbsthilfe seelische Gesundheit (NetzG)
• Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
• Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
• Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener
• Bundesweites Netzwerk Sozialpsychiatrische Dienste
• Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie
• Deutscher Caritasverband
• Dachverband Gemeindepsychiatrie
• Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
• Deutsches Rotes Kreuz
• Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
• Diakonie Deutschland
• Der Paritätische Gesamtverband
• Förderkreis Gedenkort T4

Schreibaufruf für ein neues Buchprojekt von Aspies e.V. und Silke Lipinski

Es gibt viel zu berichten von einem Leben mit Autismus: von einem möglicherweise schwierigen Alltag mit autistischen Besonderheiten, von eigenen Bedürfnissen in den Bereichen Kommunikation und Interaktion mit Mitmenschen, über die Vorliebe für Vorhersehbarkeit oder Umgang mit sensorischen Besonderheiten. Es gibt aber sicher auch andere Geschichten zu berichten als über Einschränkungen und die Unmöglichkeit, an Dingen teilhaben zu können. So gibt es für uns vielleicht den besonderen Genuss z.B. von liebgewonnenen Abläufen oder die Freude bei der Beschäftigung mit unseren eigenen jeweiligen Interessen.

Dieses Buchprojekt hat das Ziel, einen Rahmen für die vielen Facetten eines Lebens als Autist*in zu schaffen. Wir würden uns über Textbeiträge von Euch freuen. Hier ein paar Ideen als Anregung für Themen:

  • Wie gelingt es dir, am Alltag teilzuhaben – mit und trotz der Unterschiede und Schwierigkeiten?
  • Wer und was hilft dir im Alltag?
  • Gibt es besondere persönliche autistische Eigenschaften, die du als Stärke erlebst?
  • Hat sich etwas oder hast du dich mit zunehmendem Alter verändert?
  • Welche Strategien im Umgang mit anderen Menschen hast du entwickelt?
  • Spielt Sport für dich eine Rolle?
  • Was ist dir wichtig?
  • Auf welche Weise kannst du dich erholen und/oder Energie bekommen?
  • Was magst du an anderen Menschen mit Autismus?
  • Was hättest du gerne früher in deinem Leben (über Autismus) gewusst?
  • Welche Erlebnisse hast du mit motorischen Besonderheiten und wie gehst du damit um?
  • Hast du dich schon mal »im falschen Körper« gefühlt (z.B. weil du transgender bist)?
  • Was ist das schlimmste oder auch schönste Gefühl auf der Welt für dich? Wie gehst du mit Regeln um?
  • Hast du Freude an Details und wie kannst du diese am besten genießen?

Dies sind nur einige Ideen, die ihr in euren Texten aufgreifen könntet. Es gibt sicher noch viel mehr Themen und Inhalte, die ihr wichtig und erzählenswert findet. In euren Texten müsst ihr selbstverständlich nicht sämtliche Themenbereiche eures Lebens behandeln. Wählt etwas aus, das euch wichtig ist. Der Grundgedanke unseres Buchprojektes ist vor allem:

  • Was würdet ihr als Autist*in gerne anderen Autist*innen mitteilen?
  • Was würdet ihr gerne von anderen Autist*innen erfahren und lesen?

Angedacht ist eine Veröffentlichung als Sammelband im BALANCE buch + medien verlag: https://balance-verlag.de. Weil nur ein bestimmter Platz zur Verfügung steht, kann dies dazu führen, dass wir nicht alle eingesandten Texte übernehmen können. Wir werden eine Eingangsbestätigung verschicken und euch später informieren, ob das Buch zustande kommt oder nicht und welche Texte dabei sind. Dazu können wir euch voraussichtlich bis Ende Februar 2021 etwas sagen.

Die Beiträge sollten möglichst als Word-Dokument abgespeichert werden und nicht mehr als 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Außerdem möchten wir dich bitten, Autismus in einem Satz zu beschreiben, der mit folgenden Worten beginnt: Autismus ist für mich ….

Schreib uns bitte auch, ob du im Falle einer Veröffentlichung bereit bist, dies unter deinem Namen oder unter Pseudonym zu tun. In beiden Fällen freuen wir uns über einen Satz zu deiner Person mit Alter, Wohnort, ggf. Beruf und Familienstand. Was du nicht mitteilen willst, musst du natürlich nicht schreiben.

Wir freuen uns sehr über Zuschriften und sind gespannt auf deinen Erfahrungsbericht!

E-Mails bitte an: bibliothek@aspies.de
Betreff: Buchprojekt

Einsendeschluss ist der 30. September 2020.

Euer Aspies e.V. Vorstand und Silke Lipinski

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