Stellenausschreibung: SOUL LALA – Projektmitarbeiter*in gesucht!

Für das Projekt SOUL LALA sucht der Dachverband Gemeindepsychiatrie für die Geschäftsstelle in Köln ab dem 01. November 2020 eine*n Projektmitarbeiter*in für den Bereich Medien (m/w/d) in Teilzeit (bis 1. Februar 2021 50 %, danach 75 %).

SOUL LALA ist das Inklusionsprojekt des Dachverbands Gemeindepsychiatrie e.V. für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Projekt klärt über das Thema »Seelische Gesundheit« auf und bringt deutschlandweit Menschen mit und ohne Behinderungen bei Aktivitäten in den Bereichen Schule und Ausbildung, Kunst und Kultur, Sport und Freizeitgestaltung zusammen. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen mit psychischen Problemen zu fördern.

Alle Informationen zur Stelle und zur Bewerbung gibt es auf der Seite von SOUL LALA »

Verbändeverbund ehrt Opfer der NS-»Euthanasie« mit virtueller Gedenkveranstaltung.

In der Tiergartenstraße 4 in Berlin plante und führte das NS-Regime die systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen (»Aktion T4«) durch. Als Erinnerung an diese Verbrechen organisieren die Verbände aus dem sog. »Kontaktgespräch Psychiatrie« gemeinsam mit verschiedenen anderen Organisationen seit vielen Jahren im September eine Gedenkveranstaltung.
In diesem Jahrgibt es alle Informationen zu Aktivitäten und Projekten auf dem virtuellen Gedenkportal www.nichtvergessen-gedenktag2020.de.

Am 4. September findet von 14 bis 16 Uhr eine Diskussionsveranstaltung zum Thema »Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!« statt. Teilnehmer sind u. a.: Hans Thiersch (Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Klaus Obert (Kontaktgespräch Psychiatrie), Georg Schomerus (Experte für Sozialpsychiatrie und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig), Elke Prestin (angefragt).

Interessierte können über den auf dem virtuellen Gedenkportal bereitgestellten ZOOM-Link live an der Veranstaltung teilnehmen.

Die Stiftung Denkmal hat außerdem einen Einladungsflyer in Leichter Sprache veröffentlicht. Dieser kann hier » heruntergeladen werden.

Initiatoren der Veranstaltung:

• Aktion Psychisch Kranke
• AWO Bundesverband
• Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrische Verbünde
• Bundesnetzwerk Selbsthilfe seelische Gesundheit (NetzG)
• Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
• Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
• Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener
• Bundesweites Netzwerk Sozialpsychiatrische Dienste
• Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie
• Deutscher Caritasverband
• Dachverband Gemeindepsychiatrie
• Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
• Deutsches Rotes Kreuz
• Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
• Diakonie Deutschland
• Der Paritätische Gesamtverband
• Förderkreis Gedenkort T4

Schreibaufruf für ein neues Buchprojekt von Aspies e.V. und Silke Lipinski

Es gibt viel zu berichten von einem Leben mit Autismus: von einem möglicherweise schwierigen Alltag mit autistischen Besonderheiten, von eigenen Bedürfnissen in den Bereichen Kommunikation und Interaktion mit Mitmenschen, über die Vorliebe für Vorhersehbarkeit oder Umgang mit sensorischen Besonderheiten. Es gibt aber sicher auch andere Geschichten zu berichten als über Einschränkungen und die Unmöglichkeit, an Dingen teilhaben zu können. So gibt es für uns vielleicht den besonderen Genuss z.B. von liebgewonnenen Abläufen oder die Freude bei der Beschäftigung mit unseren eigenen jeweiligen Interessen.

Dieses Buchprojekt hat das Ziel, einen Rahmen für die vielen Facetten eines Lebens als Autist*in zu schaffen. Wir würden uns über Textbeiträge von Euch freuen. Hier ein paar Ideen als Anregung für Themen:

  • Wie gelingt es dir, am Alltag teilzuhaben – mit und trotz der Unterschiede und Schwierigkeiten?
  • Wer und was hilft dir im Alltag?
  • Gibt es besondere persönliche autistische Eigenschaften, die du als Stärke erlebst?
  • Hat sich etwas oder hast du dich mit zunehmendem Alter verändert?
  • Welche Strategien im Umgang mit anderen Menschen hast du entwickelt?
  • Spielt Sport für dich eine Rolle?
  • Was ist dir wichtig?
  • Auf welche Weise kannst du dich erholen und/oder Energie bekommen?
  • Was magst du an anderen Menschen mit Autismus?
  • Was hättest du gerne früher in deinem Leben (über Autismus) gewusst?
  • Welche Erlebnisse hast du mit motorischen Besonderheiten und wie gehst du damit um?
  • Hast du dich schon mal »im falschen Körper« gefühlt (z.B. weil du transgender bist)?
  • Was ist das schlimmste oder auch schönste Gefühl auf der Welt für dich? Wie gehst du mit Regeln um?
  • Hast du Freude an Details und wie kannst du diese am besten genießen?

Dies sind nur einige Ideen, die ihr in euren Texten aufgreifen könntet. Es gibt sicher noch viel mehr Themen und Inhalte, die ihr wichtig und erzählenswert findet. In euren Texten müsst ihr selbstverständlich nicht sämtliche Themenbereiche eures Lebens behandeln. Wählt etwas aus, das euch wichtig ist. Der Grundgedanke unseres Buchprojektes ist vor allem:

  • Was würdet ihr als Autist*in gerne anderen Autist*innen mitteilen?
  • Was würdet ihr gerne von anderen Autist*innen erfahren und lesen?

Angedacht ist eine Veröffentlichung als Sammelband im BALANCE buch + medien verlag: https://balance-verlag.de. Weil nur ein bestimmter Platz zur Verfügung steht, kann dies dazu führen, dass wir nicht alle eingesandten Texte übernehmen können. Wir werden eine Eingangsbestätigung verschicken und euch später informieren, ob das Buch zustande kommt oder nicht und welche Texte dabei sind. Dazu können wir euch voraussichtlich bis Ende Februar 2021 etwas sagen.

Die Beiträge sollten möglichst als Word-Dokument abgespeichert werden und nicht mehr als 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Außerdem möchten wir dich bitten, Autismus in einem Satz zu beschreiben, der mit folgenden Worten beginnt: Autismus ist für mich ….

Schreib uns bitte auch, ob du im Falle einer Veröffentlichung bereit bist, dies unter deinem Namen oder unter Pseudonym zu tun. In beiden Fällen freuen wir uns über einen Satz zu deiner Person mit Alter, Wohnort, ggf. Beruf und Familienstand. Was du nicht mitteilen willst, musst du natürlich nicht schreiben.

Wir freuen uns sehr über Zuschriften und sind gespannt auf deinen Erfahrungsbericht!

E-Mails bitte an: bibliothek@aspies.de
Betreff: Buchprojekt

Einsendeschluss ist der 30. September 2020.

Euer Aspies e.V. Vorstand und Silke Lipinski

Genesungsbegleiter*in gesucht

Das TWW startet mit Genesungsbegleitung und sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Teilzeit (19,25 Std./Woche) eine*n Genesungsbegleiter*in für die allgemeinpsychiatrische Akutstation in den Kliniken des Theodor-Wenzel-Werks.

Alles Weitere zur Stelle finden Sie hier »

Notwendige Kenntnisse im Umgang mit Psychopharmaka

Auszug aus dem Lehrbuch: »Medikamentenbehandlung bei psychischen Störungen. Leitlinien für den psychiatrischen Alltag«, von Asmus Finzen, Harald Scherk und Stefan Weinmann:

»Der Titel des vorliegenden Buches ist Programm: Medikamentenbehandlung bei psychischen Störungen und nicht etwa: Medikamentenbehandlung psychischer Störungen. Auch nach sechzig Jahren Psychopharmakotherapie gibt es kein Medikament, das eine psychische Krankheit heilen könnte.

Als die erste Auflage dieses Buches 1979 erschien, war dies eine Binsenweisheit. Seither sind viele Erkrankte und Therapeuten dem von interessierter Seite gepflegten Mythos und eigenen Heilserwartungen aufgesessen, indem sie glauben, Psychopharmaka wirkten ursächlich. Das ist bis zu einem gewissen Grade verständlich, denn manche psychischen Krankheiten sind mit so großem Leid verbunden, dass man glauben möchte, man könnte sie heilen, wenn man nur zum richtigen Medikament greife.

Leider ist das Unsinn. Wir wissen viel zu wenig über die biologischen Hintergründe psychischer Störungen, als dass man auch nur an den Versuch denken könnte, in ihr Ursachengefüge mit Medikamenten eingreifen zu können.

Mit anderen Worten: Psychopharmaka wirken symptomatisch. Das ist kein Grund, sie gering zu schätzen. Zwar lösen die Medikamente die Probleme psychisch kranker Menschen nicht, richtig angewandt können sie ihnen dennoch helfen und dazu beitragen, ihre Leiden zu lindern und ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Medikamente seit Jahrzehnten aus dem psychiatrischen Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Weil das so ist, ist eine kritische – und eine selbstkritische – Haltung angebracht. Umso bedauerlicher ist es, dass viele Therapeuten deutlich weniger Mühen auf den Erwerb von Kenntnissen im Umgang mit Medikamenten aufwenden, als sie sie in ihre psychotherapeutische Ausbildung investieren. Dass Medikamentenbehandlung eine simple Sache sei, ist ein folgenschwerer Irrtum, der viel Leid über die Kranken bringt.«

Resilienz, oder die Fähigkeit zu jonglieren

Welche Kraft bringt uns durch Krisen? Gedanken aus dem Leben

Eines vorweg: Ich, die Autorin, habe weder Psychologie noch Medizin studiert – und bin folglich keine Psychotherapeutin. Dafür kann ich jonglieren. Nicht besonders gut im wörtlichen Sinne (aber man lernt ja nie aus), dafür aber umso besser in dem übertragenen Sinne, in dem es hier gemeint ist. Ich bin als Mensch verdammt resilient. Und aus dieser Perspektive heraus (nicht als professionell Tätige, sondern als resilienter Mensch) schreibe ich diese Zeilen.

Resilienz ist ein Schlüsselbegriff, wenn es um die Bewältigung von (psychischen) Krisen geht. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Und wie kann man diese wunderbare Fähigkeit zur Mobilisierung innerer Kräfte finden und fördern?

Laut Duden beschreibt das Wort »Resilienz« (Substantiv, feminin; Gebrauch: besonders Psychologie):

  • die psychische Widerstandskraft,
  • die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.

Die Fähigkeit zur Resilienz ist es, die uns in schwierigen Zeiten krisenfest macht. Die uns weitermachen lässt, auch wenn das Leben es manchmal nicht so gut mit uns meint. Die Stimme, die uns sagt: Heute war vielleicht ein schlechter Tag, aber es wird auch wieder bergauf gehen! Ein Schutzschirm, der uns hilft, Aufgaben und Probleme zu lösen und sich an Veränderungen anzupassen.

Resilienz ist keine Superkraft. Jeder kann sie lernen, jeder kann sie für sich nutzen. Ein wichtiges Element für eine gesunde Fähigkeit zur Resilienz ist es, sich als selbstwirksam zu erleben. Das bedeutet, dass selbst, wenn wir als Menschen über relativ wenige Dinge im Leben wirklich Kontrolle haben, wir uns das Gefühl bewahren, einer negativen Situation nicht »hilflos« ausgeliefert zu sein. Und »hilflos ausgeliefert« ist man selten. Aus den meisten Situationen finden sich unzählige Auswege, (gangbare) Alternativen; in der modernen Gesellschaft, in der wir leben, kommt man mit Kreativität und Optimismus sehr weit.

Atmen hilft!

Und auch, wenn wir in eine Situation kommen, an der wir wirklich nichts ändern können (Krankheit zum Beispiel), gibt es das passende psychische »Tool« zur Resilienz: Radikale Akzeptanz – das Annehmen dessen, was wir nicht ändern können. Die Buddhistische Lehre sagt hierzu zum Beispiel: »Verschwende keine Wut an Situationen und Menschen, beide sind machtlos ohne deine Reaktion.« Und ein Tipp, den ich direkt aus meinem Kampfsporttraining weitergeben kann – erstaunlich, wie viel man beim Sport über das (gute) Leben lernen kann: Atmen hilft! Immer! Eine kleine (aber besonders feine) Atemübung, die mich durch viele angespannte Situationen getragen hat, ist zum Beispiel das »Atmung im Quadrat«, oder wie die Kampfsportler*innen sagen würden »Warrior Breath«, – übrigens eine Atemübung, die auch SEK-Einheiten beigebracht wird, um ihr Adrenalin unter Kontrolle zu halten).

Unter diesem Link » können Sie die Übung aus unserem Ratgeber »Grenzenlos emotional – Von impulsiv bis Borderline« gleich ausprobieren (und finden noch ein paar mehr Tipps zum »relaxen«.

Und wenn Sie sich zwschendurch eine richtige Atempause gönnen wollen (nur zu empfehlen) finden Sie hier » die Übungen zu Atempausen und Spaziergängen aus unserer Arbeitshilfe »Trost und Hoffnung – Ein Handbuch zur Gruppenmoderation und Selbsthilfe«.

Resilienz ist eine direkte Folge davon, wie bewusst man sich über seine eigenen Ressourcen ist. Ressourcen sind positive Eigenschaften oder Dinge, die einen im Leben unterstützen. Gute Freunde und Bekannte, familiäre Unterstützung, Haustiere, Geldmittel, gute Wohnsituationen, gute Arbeitssituationen, aber auch Charaktereigenschaften, die in einem selbst begründet sind, wie Humor, Offenheit, Optimismus, Fähigkeit zur Akzeptanz. Ja sagen zu dem, was ist. In einer Krise verliert man manchmal seine Ressourcen aus dem Blick, das bedeutet aber nicht, dass es keine gibt. Jeder Mensch hat Ressourcen! Manchmal braucht man nur (therapeutische) Hilfe, um sich dieser Tatsache (wieder) bewusst zu sein, und das ist völlig in Ordnung.

Jonglieren lernen

Aufmerksame Leser*innen werden sich vermutlich so langsam fragen, was das Ganze (was Resilienz) nun mit Jonglage zu tun hat. Es ist ganz einfach. Ich bin das erste Mal in einer mittelmäßigen Jugendserie auf ein Gleichnis gestoßen, das mich mein Leben lang begleitet hat. Der Name der Serie ist mit entfallen. Ich weiß nur noch, dass die Prämisse war, dass Jeanne d’Arc in der modernen Zeit »wiedergeboren« wurde und sich statt mit einer britischen Belagerung mit den Tücken des Lebens an einer High School herumschlagen musste. Natürlich gab es auch eine gottähnliche Figur, die ihr mit Rat (weniger mit Tat) zur Seite stand – sonst hätte man sich ja auch eine beliebig andere historische Persönlichkeit herausfischen können. Und diese Figur gab Jeanne d‘Arc folgenden Rat in einer Situation, in der die Hauptfigur Gefahr lief, von einer Vielzahl von Schwierigkeiten und Anforderungen »überwältigt« zu werden:

»Stell dir vor, du musst eine Brücke überqueren. Diese Brücke kann nur eine bestimmte Last tragen und du kannst sie nur einmal überqueren. Aber du hast drei Dinge bei dir, die du alle mitnehmen musst. Die Brücke trägt nur dein Gewicht und das Gewicht von zweien dieser drei Dinge. Du kannst also nicht alle drei Dinge gleichzeitig tragen und unversehrt über die Brücke marschieren. Was tust du?

Ganz einfach: Wenn du nicht alles auf einmal tragen kannst, dann macht es keinen Sinn, es zu versuchen. Hier macht es nur Sinn, einen Schritt vor den nächsten zu tun (mit Ruhe und Gelassenheit), nicht vergessen, dabei zu atmen, und sich ab und an auch eine richtige Atempause zu gönnen, und vor allem: Du musst lernen, zu jonglieren.«

Zur Autorin:
Melanie Czarnik arbeitet seit 2009 im Psychiatrie Verlag, BALANCE buch + medien verlag. In ihrer Freizeit gibt sie Frauenselbstschutz Seminare und beschäftigt sich generell mit dem Thema Selbstschutz und Frauen-Empowerment.

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