Brieger, Küspert: Die Empfehlungen der »Gablingen-Kommission« – was bedeuten sie für die psychiatrische Versorgung in der JVA? – Einzelartikel aus R&P 3/2026

somdn_product_page
Die Ereignisse in der JVA Augsburg-Gablingen haben die Aufmerksamkeit auf strukturelle Defizite im Umgang mit psychisch auffälligen und psychisch erkrankten Gefangenen gelenkt. Die vom Bayerischen Staatsministerium der Justiz eingesetzte unabhängige bgH-Kommission hatte den Auftrag, Empfehlungen für die Unterbringung in besonders gesicherten Hafträumen (= bgH) sowie für eine Verbesserung der psychiatrischen Versorgung im Justizvollzug zu entwickeln. Der Beitrag beleuchtet die Bedeutung angemessener psychiatrischer Versorgung zur Vermeidung unverhältnismäßiger bgH-Unterbringungen und ordnet die Empfehlungen aus psychiatrischer und rechtlicher Perspektive ein. Im Mittelpunkt stehen das Äquivalenzprinzip, die hohe Krankheitslast in Haft, die Risiken einer sicherheitsorientierten Krisenbewältigung und die Frage, wie Diagnostik, Behandlung, Verlegung, Kooperation und Qualitätssicherung verbindlicher gestaltet werden können.
  Schlüsselwörter: Justizvollzug, Gefängnispsychiatrie, besonders gesicherter Haftraum, Äquivalenzprinzip, Suizidprävention