Yoga bei Essstörungen
Meine Übungen für Körper, Seele & Geist
Den Körper neu kennenlernen
»Essen und nicht essen waren die Waffen im täglichen Kampf gegen meinen Körper. Ich dachte, dass die Kontrolle meines Körpergewichtes und meines Essverhaltens mir Sicherheit im Leben geben kann. Doch in Wirklichkeit war es die Essstörung, die die Kontrolle über mich und mein Leben übernommen hatte.«
Yoga ist nicht nur eine der beliebtesten Sportarten in Deutschland, sondern ist durch die achtsamen und bewussten Körperübungen auch therapeutisch heilsam. In diesem Buch kombiniert eine erfahrene Yogalehrerin wertvolle Übungen und psychologische Hintergrundinformationen für Betroffene von Essstörungen.
Wer unter Essstörungen leidet, hat einen starken Willen und ein festes Ziel, das jedoch einem gesunden oder akzeptierenden Eigenbild widerspricht. Diese Stärke und Willenskraft der Betroffenen nutzt Lilly Hoffmann, um ihnen eine Alternative zu zeigen. Denn der Körper spielt auch beim Yoga weiterhin die entscheidende Rolle, hier aber weist die Autorin behutsam einen Weg, sich in diesem wieder zuhause zu fühlen.
Lilly Hoffmann erklärt in ihrem Buch die psychologischen Hintergründe von Essstörungen, zeigt als Betroffene großes Verständnis, reflektiert eigene Erfahrungen und teilt ihren persönlichen Heilungsweg mit anderen. Das Praktizieren der Körperübungen wird durch Fotos unterstützt, sodass alle Lesenden – auch solche, die bislang kein Yoga gemacht haben – diese direkt ausprobieren können.
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Britta Speller –
Lilly Lia Hoffmann: Yoga bei Essstörungen
Mit Yoga bei Essstörungen legt Lilly Lia Hoffmann ein Buch vor, das persönliche Erfahrungen mit fachlichen Informationen und praktischen Übungen verbindet. Die Autorin beschreibt ihren eigenen Weg durch die Essstörung und zeigt auf, welche Bedeutung Yoga innerhalb ihres Genesungsprozesses gewonnen hat. Dadurch entsteht ein persönlicher Zugang zum Thema, der zugleich Raum für psychoedukative Inhalte und praxisorientierte Anregungen bietet.
Zu Beginn gibt Hoffmann einen Überblick über Essstörungen, ihre Erscheinungsformen sowie mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend führt sie in die Grundlagen des Yoga ein und erläutert nachvollziehbar, wie Yoga Menschen mit Essstörungen unterstützen kann. Dabei wird deutlich, dass Yoga nicht als Heilversprechen verstanden wird. Vielmehr beschreibt die Autorin Yoga als eine ergänzende Möglichkeit, die Verbindung zum eigenen Körper, zu Gefühlen und Bedürfnissen wiederzuentdecken und zu stärken.
Ein zentrales Merkmal des Buches ist die ressourcenorientierte Grundhaltung. Der Blick richtet sich nicht auf Gewicht, Leistungsfähigkeit oder körperliche Optimierung, sondern auf Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl und die Entwicklung eines achtsamen Umgangs mit dem eigenen Körper. Diese Perspektive zieht sich als roter Faden durch das gesamte Werk und erscheint insbesondere im Kontext von Essstörungen bedeutsam.
Fachliche Inhalte werden verständlich dargestellt und immer wieder mit persönlichen Erfahrungen verknüpft. Dadurch entsteht ein authentischer Eindruck, der die theoretischen Ausführungen greifbar macht. Ergänzt werden diese durch zahlreiche Körperübungen, Atemtechniken, Meditationen und Reflexionsimpulse, die verschiedenen Ressourcen wie Mut, Selbstmitgefühl, Vertrauen, Sicherheit oder Gelassenheit zugeordnet werden.
Auch ohne vertiefte eigene Yogaerfahrung wirken die dargestellten Übungen nachvollziehbar und alltagstauglich. Die Anleitungen sind übersichtlich aufgebaut und werden durch Erläuterungen zu ihrer jeweiligen Zielsetzung ergänzt. Der Fokus liegt dabei weniger auf sportlicher Leistung als auf Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und einem verständnisvolleren Umgang mit dem eigenen Körper.
Aus psychosozialer Sicht erscheint insbesondere die dem Buch zugrunde liegende Haltung hervorhebenswert. Menschen mit Essstörungen werden nicht auf Symptome oder problematische Verhaltensweisen reduziert. Stattdessen beschreibt die Autorin Heilung als einen individuellen Prozess, der Zeit, Geduld und einen wertschätzenden Umgang mit sich selbst erfordert. Hoffnung wird vermittelt, ohne die Herausforderungen und Rückschläge, die mit einem solchen Weg verbunden sein können, auszublenden.
Fazit
Lilly Lia Hoffmann ist ein berührendes und zugleich praxisnahes Buch gelungen. Die Verbindung von persönlicher Erfahrung, fundierten Informationen und vielfältigen Übungen macht das Werk sowohl für Betroffene als auch für Fachkräfte interessant. Besonders überzeugt die wertschätzende Haltung der Autorin, die Yoga nicht als Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlung versteht, sondern als ergänzende Unterstützung auf einem individuellen Heilungsweg. Wer sich für ressourcenorientierte Zugänge im Umgang mit Essstörungen interessiert, findet in diesem Buch zahlreiche Anregungen und praktische Impulse.
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