SI-Wahnsinn und Animalität Kurze: Streifzüge durch ein philosophisches Begriffsmilieu: Kerstin Weich, Christoph Schachenhofer – Ausgabe 2/2019

Wahnsinn und Animalität Kurze Streifzüge durch ein philosophisches Begriffsmilieu Kerstin Weich, Christoph Schachenhofer In dem kurzen Essay wird die philosophiehistorische Situierung der Begriffe Wahnsinn und Animalität erkundet. Der Fokus liegt auf deren geteilter ideengeschichtlicher Funktion: Wahnsinn und Animalität wurden als Negativ- oder Kontrastfolien in ein wechselseitiges Bestimmungsverhältnis mit dem Begriff des Menschlichen gestellt. Wahnsinn und Animalität erhalten über einen langen Zeitraum ihren Sinn primär darüber, als Grenzbegriffe wie Unvernunft oder Geistlosigkeit den Bereich der menschlichen Vernunft, Kultur und Erkenntnis mit zu definieren. Ein kulturhistorischer Ausblick weist in der Folge eine starke Verschiebung dieser geteilten Alteritätsposition auf: Ab dem 17. Jahrhundert tritt mit der Formalisierung der Lebenswissenschaften, insbesondere der wissenschaftlichen Psychologie, eine schrittweise Annäherung und Homogenisierung der Begriffe Mensch, Wahnsinn und Animalität ein.