Sörensen, Völlm: Intramurale Konsummuster im deutschen Maßregelvollzug nach § 64 StGB: Eine qualitative Studie – Einzelartikel aus R&P 4/2025
Dynamische Prädiktoren der Legalbewährung einer forensischen
Suchtbehandlung § 64 StGB wurden bislang nur unzureichend
untersucht. Ein möglicher dynamischer Faktor könnten Konsummuster
von Patient*innen während der Behandlung darstellen.
Intramurale Konsummuster wurden bislang nicht systematisch
erfasst. Diese qualitative Studie führte 17 Interviews mit Patienten,
die nach § 64 StGB untergebracht waren, und zwei Fokusgruppen
mit Beschäftigten einer deutschen Forensischen
Psychiatrie durch. Es konnten unterschiedliche Konsummuster
identifiziert werden. Diese sind in einer zeitlichen, beobachtbaren
und konstitutiven Ebene abbildbar. Zeitlich lassen sich
fünf Verläufe (progredient, regredient, konstant, intermittierend,
chaotisch) beschreiben. Auf der konstitutiven Ebene scheint sich
das auf der beobachtbaren Ebene gezeigte Konsumverhalten in
einem individuellen Spannungsverhältnis von erworbenen oder
angeborenen personenimmanenten Variablen und kontextuellen
bzw. umweltbedingten Variablen zu bilden. Deren Reflexion
könnte therapeutische Interventionspunkte erlauben. Künftige
Studien sollten sich mit der Validierung der Konsummuster, deren
klinischer Relevanz sowie dem möglichem Einfluss auf die
Legalbewährung beschäftigen.

