R&P 4/2016 komplett

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Das Heft 4/2016 beginnt mit einem Aufsatz von Brunner, Yoon, Rettenberger und Birken zu kriminologischen und kriminalprognostischen Merkmalen der Insassen der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg. Er beschreibt das seit August 2010 durchgeführte Forschungsprojekt zur Evaluation der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg. Zentrale Fragestellungen des Forschungsprojekts sind die Darstellung der kriminologischen und kriminalprognostischen Daten der Insassen dieser Anstalt sowie die Überprüfung, ob anhand dieser Daten Unterschiede zwischen den Tätergruppen innerhalb der Anstalt verdeutlichet werden können. Neben sozialdemografischen, kriminologischen und klinischen Daten wird insbesondere über die Ergebnisse unterschiedlicher Kriminalprognoseinstrumente berichtet, die zu Beginn der Sozialtherapie eingesetzt werden und anhand derer rückfallrelevante Risiko- und Schutzfaktoren gemessen werden. Mit der Evaluation von operationalisierten Kriterien zur Schuldfähigkeitsbeurteilung bei paraphiler Störung beschäftigt sich der Beitrag von Brunner, Müller, Vogel und Briken. 2014 hatten Birken und Müller für Studienzwecke vorgeschlagen, operationalisierte Kriterien aus etablierten Prognoseinstrumenten zur Einschätzung der Schuldfähigkeit von Sexualstraftätern mit paraphilen Störungen zu verwenden, um den Begutachtungsprozess transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. In der vorgestellten Pilotstudie 1 und 2 werden diese Kriterien erstmals auf ihre Anwendbarkeit und Reliabilität anhand von anonymisierten Gutachtenauszügen untersucht. Im letzten Aufsatz wird ein Blick auf die Betreuung psychisch kranker Täter in Italien geworfen. Natta/Molino/Peloso/Ferranini und Ghio zeigen den Weg von forensischen Krankenhäusern zur ambulanten Betreuung nach. Die Studie wurde im Zeitraum 2011-2012 durchgeführt, als der Prozess der Schließung der forensischen Krankenhäuser schon in Gang war. Ziel der Studie war es, eine präzisere Charakterisierung der Population psychisch kranker Straftäter durchzuführen. Anhand der Ergebnisse der Studie werden einige Schwierigkeiten im Prozess der Schließung der forensischen Krankenhäuser interpretiert.