Recht & Psychiatrie 2/2021

19,90 
DOI:
10.1486/RP-2021-02_0
Seiten:
62

Marschner beschäftigt sich unter dem Titel „Krisenintervention und Recht“ mit Alternativen zu einer Zwangsanwendung, insbesondere in Form einer Unterbringung. Gerade im Fall von Selbst- oder Fremdgefährdung könne eine Unterbringung häufig durch Maßnahmen der Krisenintervention vermieden werden. Diskutiert und gegenübergestellt werden Versorgungsrealität und Verfassungsgebot.
Zinkler beschreibt Modellvorhaben nach § 64b SGB V in der Corona-Pandemie und nimmt zu Versorgung, Struktur und Zwangsmaßnahmen Stellung. Die psychiatrische Versorgung in Deutschland werde durch die Corona-Pandemie erschwert. Demgegenüber erweise sich ein „Regionalbudget Psychiatrie“ strukturell und finanziell als stabil und tragfähig, flexible Behandlungssettings als sinnvoll. Die bedarfsgerechte Versorgung so aufrechterhalten und gleichzeitig die Gefahr von Ansteckungen reduziert. Auch Zwangsmaßnahmen würden im Modellvorhaben seltener…
Brieger, Menzel, Ernst-Geyer, Ketisch beschäftigen sich mit der stationsäquivalenten Behandlung (StäB) und stellen die Frage, was diese für die psychiatrische Versorgung bedeutet. Der Artikel stellt den wissenschaftlichen und versorgungspolitischen Hintergrund dar, diskutiert die aktuelle Gestaltung sowie die sozial-rechtlichen Grundlagen.
Jenderny, Schreiter, Steinhard beschreiben in dem Aufsatz „Zwangsunterbringung – ein elementarer Teil regionaler Psychiatrieberichterstattung“ die Erprobung eines regionalen Monitoringtools in Mecklenburg-Vorpommern. Gegenstand war die lückenlose Erfassung von regionalen Anträgen auf geschlossene Unterbringung bei den Amtsgerichten nach § 1906 BGB und PsychKG. Die Auswertung zeigte wesentliche Unterschiede zwischen den Erhebungsregionen. Insgesamt könne ein systematisches Monitoring von Unterbringungsverfahren für die regionale Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion und Vermeidung von Zwang empfohlen werden.
Abschließend stellen Sauerland, Tupper, Sagana einen Leitfaden vor, nach dem Gegenüberstellungen und Lichtbildvorlagen durchgeführt und beurteilt werden können. Hier fließen Erkenntnisse aus der rechtspsychologischen Forschung zur Art und Wirkungsweise von Faktoren ein, die die Richtigkeit von Identifizierungsentscheidungen beeinträchtigen.
Über diese diversen Beiträge hinaus werden weitere Dokumente aus der einschlägigen Rechtsprechung veröffentlicht.
Schließlich folgen Rezensionen und Veranstaltungshinweise.

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Rolf Marschner, München; Friedemann Pfäfflin, Ulm; Martin Rettenberger, Wiesbaden; Dorothea Rzepka, Bielefeld/Darmstadt; Norbert Schalast, Essen; Anja Schiemann, Euskirchen; Herbert Steinböck, Haar

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