Trauer um Uwe Dönisch-Seidel

Recht & Psychiatrie und Psychiatrie Verlag trauern um Uwe Dönisch-Seidel. Ein Nachruf von Norbert Schalast

Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass Uwe Dönisch-Seidel plötzlich und unerwartet gestorben ist.
Er hat in der LVR-Klinik Bedburg-Hau »Forensik gelernt«. Er war dort als Psychologe und Therapeut richtig am Platz, denn er hatte immer ein Herz für Gescheiterte und Außenseiter der Gesellschaft. Obgleich ein Bär von einem Mann, hat er ihnen keine Angst gemacht, viel eher ein Bedürfnis geweckt, bei ihm Halt zu finden. Auch in den Jahren seiner Behördenfunktion hat er weiter therapeutische Gruppen im Strafvollzug geleitet.
Im Laufe seiner Karriere wurde er »Der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen«. Es wurden zentrale Aufgaben dieser Behörde, gegenüber der Öffentlichkeit den Ausbau der Kapazitäten des Maßregelvollzugs im Lande zu vertreten und diesen Ausbau mit einem Team fähiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu organisieren. Dass letzteres im Laufe zweier Jahrzehnte in beeindruckender Weise gelungen ist, zeigen die neuen forensischen Standorte im Lande und die entsprechenden Neubauten auf dem Gelände von Landeskliniken. Gleichzeitig war er bestrebt, auch die nachstationäre Behandlung und die ambulante Nachsorge, zu Beispiel in Form von Wohnheimen, gegen Widerstände voranzutreiben. Letztendlich ging es ihm darum, Patienten eine Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen.
Die erstere Aufgabe, den Menschen im Lande diesen Bedarf zu vermitteln und für Toleranz gegenüber dem Maßregelvollzug zu werben, kann man wohl als eine besonders schwierige bezeichnen. Sie war bei niemandem in besseren Händen als bei Uwe Dönisch-Seidel. Er konnte Menschen vermitteln, dass er nicht irgendeinen Job macht und dass ihm sowohl die Behandlung der Patienten als auch die Sicherheit der Allgemeinheit ein sehr persönliches Anliegen ist.
Die Arbeit der Redaktion von Recht & Psychiatrie hat er über 20 Jahre als Vertreter der Praxis wie als hoher Verwaltungsbeamter ungemein bereichert. Unvergessen bleiben seine Freude am Leben, am guten Essen (und am Gespräch darüber) und seine verbindende, wertschätzende Art. Wir sind tief betroffen, dass er so plötzlich von uns gegangen ist, und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Norbert Schalast, Redaktion R&P, Psychiatrie Verlag

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