Ganz schön stark! Unsere Kinder- und Jugendbuch-Neuheiten und Klassiker zum DGKJP-Kongress

Endlich ist das Paket da! Schnell ist eine Schere zum Öffnen gefunden. Mit Vorfreude durchtrennen wir das Paketband und klappen die Pappe auseinander. Hätten wir doch nur daran gedacht, den Moment mit dem Handy aufzunehmen, um ihn mit unseren Facebook Abonnent*innen zu teilen! Sei es drum, nächstes Mal. Da ist es! »Hanna und die graue Wolke«! Ein Kinderbuch zu einem schwierigen, aber unglaublich wichtigem Thema. Das Lesebuch unterstützt dabei mit Kindern über erlebten sexuellen Missbrauch zu sprechen.

Wenn eines unserer Kinder- oder Jugendbücher aus der Druckerei kommt, ist es für uns im Verlag immer ein ganz besonderer Moment. Verstehen Sie mich nicht falsch, jede einzelne unser Neuerscheinungen führt unweigerlich zu einem kleinen Freudentanz. Im Lektorat ist die Arbeit geschafft; Vertrieb, Marketing und Presse scharren schon mit den Hufen und freuen sich, dass es nun endlich richtig losgehen kann.

In diesem Monat haben wir zum DGKJP-Kongress sogar gleich zwei neue Kinder- und Jugendbücher an den Start gebracht! Sogar unsere neue Kinderbuchbroschüre (Link führt zum PDF Download) mit allen Kinder- und Jugendbuchtiteln hat es rechtzeitig aus der Druckerei geschafft! Der DGKJP-Kongress ist der größte Kongress zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland und findet vom 18. – 21. Mai in Magdeburg statt – links sehen Sie, wie sich unsere Kollegin Karin Koch über unseren Verlagsstand freut.


Jetzt aber zum Wesentlichen:
den beliebtesten Büchern in unserem Programm! (eine Auswahl)


Kinder sind besonders anfällig, wenn die Familie aus dem Gleichgewicht gerät. Psychische Erkrankungen, große Verluste und soziales Lernen stellen sie vor große Herausforderungen. Wie können Angehörige und professionelle Begleiter helfen? Unsere Kinderbuchreihe »Kids in BALANCE« steht Kindern zur Seite: Jedes Buch nimmt konsequent die kindliche Perspektive ein. Thematische Vielfalt liegt uns am Herzen, um die Kleinsten auch in möglichst vielen Lebenslagen zu unterstützen.

Eine Auswahl der Themen in Stichwörtern: ADHS, Autismus-Spektrum-Störung, Borderline, Depression, Emotionsbewältigung, Magersucht, Psychose, Regenbogenfamilien, Resilienzförderung, Selbstverletzendes Verhalten, Sexueller Missbrauch, Suizidgedanken, Trauer, Zwangsstörungen.

Jetzt Kinderbuchbroschüre mit allen Titeln herunterladen »

Gerne können Sie die Kinderbuchbroschüre für sich oder Ihre Einrichtung auch als kostenlose Printexemplare bestellen unter: info@balance-verlag.de

Alle Bücher der Kinderbuchreihe finden Sie hier »


Über sexuellen Missbrauch sprechen: ein Lesebuch, das Mut macht

Seit Hanna im Ferienlager von einem Betreuer sexuell missbraucht wurde, ist nichts mehr wie vorher. Sie ist ängstlich, wütend und fühlt sich wie in ein einer dichten, grauen Wolke, die keine Sonne mehr durchlässt.

Als Hanna endlich ihren Eltern davon erzählt, sucht die Familie Unterstützung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hanna entdeckt, dass es Menschen und Methoden gibt, die ihr beim Umgang mit dem Trauma helfen. Die graue Wolke lichtet sich!

Ein Lesebuch für Kinder ab neun Jahren, das Gespräche über sexuellen Missbrauch erleichtert, mit therapeutischen Behandlungssettings und Methoden vertraut macht und die Hoffnung auf Besserung stärkt. Inklusive Downloadmaterial für Eltern und Erzieher*innen.

Empfohlen von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugend-Literatur und dem Michaelsbund.

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Wissen, was man fühlt

»Gefühle sind wie Songs, die im Hintergrund mitlaufen. Wir können lernen, ihnen zuzuhören und sie lauter oder leiser zu stellen. Sie abzustellen ist auf Dauer nicht sinnvoll und auch selten möglich. Manchmal drucken wir die Gefühle so sehr weg, dass sie fast verstummen, aber eigentlich sind sie Begleiter und Wegweiser, die uns in den jeweiligen Situationen beraten.«

Intensive Gefühle zu haben ist normal. Auch wenn es oft nicht einfach ist zu sagen, wie und was du fühlst, weil Gefühle sich in ganz unterschiedlicher Weise zeigen können. Du wirst vielleicht manchmal von deinen Gefühlen überwältigt oder kannst sie nur schwer kontrollieren. Wenn deine Gefühle kaum mehr zu ertragen sind oder sie sogar zu Selbstverletzungen oder Suizidgedanken führen, dann ist Hilfe gefragt!

Dieses Buch informiert dich über deine Emotionen und kann dich auch in einer Therapie begleiten. Du kannst lernen, mit deinen Gefühlen umzugehen! Die Autorinnen geben dir dafür konkrete Möglichkeiten an die Hand, deine Gefühle besser kennenzulernen, deine Emotionen besser zu regulieren und deine Bedürfnisse angemessen auszudrücken. Gegen Ende des Buchs wenden sie sich auch einmal direkt an deine Eltern und Freunde, damit sie sich diesem Thema stellen und dich auf deinem Weg besser unterstutzen können.

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P.S. auch für Erwachsene mit starken Gefühlen haben wir Rat: »Grenzenlos emotional. Von impulsiv bis Borderline«


»Ein Buch wie dieses, das gezielt Eltern, Lehrerinnen, psychosoziale Fachkräfte und andere in der Jugendarbeit Tätige anspricht, ihnen einen kurzen theoretischen Überblick und viel praktische Handlungsanleitungen bietet, ist von immenser praktischer Relevanz und wird hoffentlich eine breite Leserschaft finden.«
Diplom-Psychologe Dr. Marc Schmid, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel

Wenn Jugendliche sich selbst verletzen, ist das Befremden und Unverständnis im Umfeld groß. Ratlosigkeit, Scham und Schuldgefühle kulminieren oft in hilflosen Verboten und stärkerer Kontrolle. Für einen hilfreichen Umgang mit diesem Phänomen ist aber gerade die Beachtung der Autonomie der Jugendlichen genauso wichtig wie Gesprächsbereitschaft und Zuhören.

Dieses Buch zeigt, wann man eingreifen sollte und darf, wie man helfen kann, aber auch, wie man sich selbst schützt und abgrenzt.

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Was hilft dir, wenn du nicht mehr weiterweißt? Woran merkst du, dass du vielleicht mehr als nur »traurig« bist? Was sind typische Anzeichen für eine Depression, und wann solltest du dir professionelle Hilfe suchen?

Dieses Buch, mit vielen Sachinformationen und Erfahrungen junger Menschen, kann dich und Menschen, die dir nahestehen, auf deinem Weg begleiten, mit Problemen besser klarzukommen und dich schon bald etwas besser zu fühlen. Es unterstützt dich auch, wenn du ins Gespräch mit Eltern oder Therapeuten kommen willst. Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt: Du bist nicht allein, und du kommst da wieder raus!

Schau dir auch die Buchvorstellung des Autors Gunter Groen auf YouTube an. »

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Dieses Buch hilft gegen Monster: Der erste altersgerechte Ratgeber für junge Menschen mit Zwangsstörungen unterstützt auch Eltern und Therapeuten beim Kampf gegen den Zwang.

Zwei im Umgang mit Zwangserkrankungen erfahrene Psychotherapeutinnen informieren in unkomplizierter Sprache über die Merkmale und Therapiemöglichkeiten von Zwangsstörungen. Humorvoll, einfühlsam und mit zahlreichen konkreten Beispielen helfen die Autorinnen dabei, die Krankheit zu verstehen und zu bewältigen. Dieser Ratgeber holt die Betroffenen aus ihrer Einsamkeit und unterstützt sie dabei, Schritt für Schritt den Zwang zu vertreiben. Zusätzliche Informationen für die Eltern – die natürlich auch die Jugendlichen lesen dürfen – und Arbeitsmaterialien im Buch sowie als Download inklusive!

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»Vom Leichtgewicht zum Gleichgewicht« – Eckhard Klein in der SPIEGEL-Reportage zum Thema Magersucht

In der berührenden Reportage »Eine Waage ist ein fieses Instrument« beleuchtet der Spiegel in der aktuellen Ausgabe (erster Erscheinungstag 14.05.2022) das Leben unseres Autors und SPIEGEL-Redakteurs Eckhard »Ecki« Klein, der seit Jahrzehnten mit seiner Essstörung kämpft. Was bedeutet es, mit dieser Erkrankung zu leben?

Jetzt die Reportage online lesen (im SPIEGEL online Test-Abo für 1 € im ersten Monat) »

Eckhard Kleins Buch, das er zusammen mit Christiane Tilly im Juni herausgibt, heißt »Vom Leichtgewicht zum Gleichgewicht. Mit Magersucht leben«. Die Autor*innen im Alter von 20 bis 65 Jahren leben schon längere Zeit mit ihrer Essstörung. Sie gehen auf schwierige, aber auch hoffnungsvolle Zeiten ein, berichten gleichermaßen über Verzweiflung wie Glück.

Menschen mit langfristiger anorektischer Belastung geben Einblick in ihr Leben mit einer Essstörung: Das Thema ist nicht die perfekte Heilung, sondern der persönliche Weg zur Genesung: Der offene Umgang mit der Krankheit, die Akzeptanz ihrer Bedeutung für das eigene Leben und die Entdeckung der eigenen Ressourcen sind ermutigende Ansatzpunkte für andere Betroffene und Unterstützer*innen.

Jede Geschichte endet mit einer Aufzählung an Dingen, aus denen die Autor*innen im Alltag Kraft schöpfen. Ein Ermutigungsbuch, das anderen Betroffenen Kraft gibt und Verständnis vermittelt. Ein Serviceteil mit Buchtipps und hilfreichen Links sowie Adressen rundet das Buch ab.

Zur Buchseite »


Magersucht ist … – Stimmen aus »Vom Leichtgewicht zum Gleichgewicht«

Magersucht ist für mich ein ständiger psychischer Stress und Gewissenskonflikt: Höre ich auf den Mann im Ohr, Nachname: Magersucht – oder folge ich meinem gesunden Anteil?

Eckhard Klein

Magersucht ist für mich die Rolle des Mephisto, von der ich mich nicht gegen die Wand spielen lasse.

Lea Gericke

Magersucht ist für mich das Ringen um Identität, der Versuch einer Abgrenzung, ein Mittel der Emotionsregulation, ein Protest, ein Ausdruck des Wunsches, angenommen zu werden, wie man ist, die letzte Bastion der Selbstbestimmung, ein Lösungsversuch, eine Überlebensstrategie, ein Symptom, das einen Fehler im System anzeigt, mehr als eine Modeerscheinung, eine schwere psychosomatische Erkrankung.

Dr. med. Christiane Klimt-Nolden

Magersucht ist für mich eine brutal einfache Antwort auf die Frage: Wofür mache ich das alles?

Ralf

Magersucht ist für mich ein Symptom, hinter dem viel mehr steckt, als der Wunsch, schlank zu sein!

Mandy van der Heusen

Darkness Into Light: Am 07. Mai ein Zeichen für die Hoffnung setzen!

Darkness Into Light ist ein jährlicher, internationaler 5 km-Lauf, der von Pieta House in Irland organisiert wird, um Menschen zu unterstützen, die von Suizid(gedanken) und Selbstverletzung betroffen sind. Alle Spenden gehen zu 100% den beteiligten gemeinnützigen Organisationen. Jetzt mitlaufen oder spenden für die Suizidprävention!

Im Jahr 2009 starteten 400 Menschen im Phoenix Park in Dublin zum ersten Darkness Into Light 5 km Marsch um Spenden für Pieta zu sammeln. Von den kleinen Anfängen ist die Bewegung immer weiter gewachsen, und heute nehmen jedes Jahr etwa 200.000 Menschen verteilt über 5 Kontinente und 200 Orten an Darkness Into Light teil.


In diesem Jahr sogar mit Unterstützung aus dem Psychiatrie Verlag!

Melanie Czarnik wird am 07. Mai kurz vor Sonnenaufgang aus dem Bett fallen und für Darkness into light Luxembourg mitlaufen. Und das sogar die doppelte Strecke.
10 Kilometer für die Suizidprävention – läuft!


An manchen Tagen wirst du für andere das Licht sein und an anderen wirst du Licht von ihnen bekommen.

Solange es das Licht gibt, gibt es Hoffnung, und die Hoffnung eröffnet Wege.

Hier finden Sie unseren #wegbegleiter zum Thema Suizid »


Suizidgedanken ähneln einem Teufelskreis, der unausweichlich scheint, sich aber durchbrechen lässt. Häufig sind sie eine Folge psychischer Erkrankungen wie Psychosen, Sucht, Persönlichkeitsstörungen und Depressionen, die mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden können.

Betroffene finden zum Beispiel Hilfe bei der Telefonseelsorge unter den Telefonnummern 0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder von der Telefonrechnung noch vom Einzelverbindungsnachweis erfasst. Direkte Anlaufstellen sind zudem Hausärzt*innen sowie auf Suizidalität spezialisierte Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken, die je nach Bundesland und Region unterschiedlich organisiert sind. Eine Übersicht über eine Vielzahl von Beratungsangeboten für Menschen mit Suizidgedanken gibt es etwa auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention und natürlich auf der Website des Kölner Suizidpräventionsnetzwerks »überLEBENswert«.


Titelbild: ShonEjai from Pixabay

Tabuthema: Postpartale Depression – Moderierte Doppellesung

Wenn statt des Glücks die Krise kommt

Postpartale Depressionen sind bis heute ein Tabuthema. Dabei erkranken allein in Deutschland etwa hunderttausend Frauen jährlich nach der Geburt an dieser ernst zu nehmenden Krankheit. Nur selten finden sie die Unterstützung, die sie dringend benötigen. Fatal, denn je früher postpartale Depressionen behandelt und erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen.

Reden wir drüber!

Der BALANCE buch + medien verlag und der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e. V. laden
am Freitag, den 25. März 2022 ab 19:30 Uhr (Ende 21:00 Uhr)
zu einer Online-Doppellesung ein.

Moderiert wird die Lesung von Cornelia Schäfer. Sie ist freie Journalistin und eine der Moderatorinnen des Kölner Psychoseforums.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit des Austausches.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Lesung findet über Zoom statt. Die Zugangsdaten übermitteln wir Ihnen spätestens 24 Stunden vor Beginn der Online-Lesung. Anmeldungen unter: info@balance-verlag.de.

Carlotta Frey ist Diplom-Online-Journalistin und Mutter zweier Kinder.

Im Frühjahr 2021 ist ihr Erfahrungsroman »Mutterglück – Wie ich trotz postpartaler Depression zurück zu meinen Kindern fand« erschienen. Die Geburt ihrer zweiten Tochter katapultiert sie hinein in ein Gefühl der Leere. Aus einem kurzen Klinikaufenthalt wird ein langer. Und Lotta kämpft. Für sich. Für ihre Kinder. Und für ein hoffnungsvolles, neues Morgen.

Britta Scheufens ist Verwaltungsfachangestellte und arbeitete über 15 Jahre im öffentlichen Dienst.

In ihrem Buch »Zurück ins Leben – Mein Weg aus der Wochenbettdepression« schildert sie sehr authentisch und persönlich, dass eben nicht alles Friede, Freude Eierkuchen mit einem Baby ist. Sie bietet Beratungen für betroffene Mütter und Angehörige an und engagiert sich in der Präventions- und Aufklärungsarbeit.


»Alles begann in der ersten Nacht nach Vanessas Geburt. Das kleine Wunder, das nur wenige Stunden zuvor unter Schreien aus meinem Bauch gepresst worden war, lag hilflos in seinem Bettchen. Zwei Hände voll Leben. Verantwortung bis in den Tod. War sie das süßeste Baby von allen? Mütter sagten das angeblich von ihren Kindern. Aber ich war mir da nicht so sicher. Meine Muskeln krampften von den Strapazen und die Endorphine ließen mich nicht schlafen. Vanessa atmete. Sie röchelte. Sie drehte sich um. Sie schmatzte. Und mir liefen Tränen über das Gesicht.«

Carlotta Frey in »Mutterglück«

»Mit einem Mal saß ich wieder hellwach und kerzengerade in meinem Bett. Schweißperlen auf meiner Stirn. Der Rücken klitschnass. Gleichzeitig zitterte und fror ich am ganzen Körper. So liefen meine Versuche, einzuschlafen, in den letzten zehnTagen vor Weihnachten ab. Ich hatte Angst vor mir selbst und vor meinen Gedanken an eine offensichtliche Todessehnsucht. Ich wollte nur noch, dass es aufhört. Egal wie.«

Britta Scheufens in »Zurück ins Leben«

Zu den Veranstaltern:

Kontakt BALANCE buch + medien verlag: Miriam Lindner – Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0221 167989 12
E-Mail: lindner@psychiatrie-verlag.de

Der BALANCE buch + medien verlag wurde 2007 als Imprint der Psychiatrie Verlag GmbH gegründet. Menschen in seelischer Not oder psychischer Ausnahmesituation finden in den Büchern Rat und fachkundige Lebenshilfe. Die verschiedenen Buchreihen machen Mut und zeigen praktische Lösungsmöglichkeiten auf, sie informieren und beziehen Stellung, trösten und regen an.

Kontakt Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e. V.: Kerstin Trostmann – Leitung Kommunikation und Projekte
Tel.: 0228 71002404 (Montag–Mittwoch 9:00–15:00 Uhr) oder mobil: 0160 9389 6285
E-Mail: trostmann.bapk@psychiatrie.de

Der BApK e. V. ist eine Selbsthilfeorganisation und Solidargemeinschaft von Familien mit psychisch erkrankten Menschen. Als Familien-Selbsthilfe Psychiatrie setzt sich der Bundesverband gemeinsam mit seinen Mitgliedern in Landesverbänden auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen für die Verbesserung der Situation psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen und Freunden ein.


Mehr Informationen zum Thema

Baby Blues versus Wochenbettdepression

Dass es nach der Geburt häufig zum Baby Blues kommt, ist den meisten Müttern bekannt. Darüber wird häufig in Geburtsvorbereitungskursen gesprochen. Der Baby Blues wird vor allem durch die Hormonumstellung hervorgerufen und geht mit Traurigkeit und häufigem Weinen einher. Gegen dieses postpartale Stimmungstief ist die Postpartale Depression oder Wochenbettdepression abzugrenzen. Diese ernst zu nehmende, psychische Erkrankung kann schon bereits während der Schwangerschaft oder auch erst innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung einsetzen; am häufigsten tritt sie bei den Betroffenen aber in den ersten Wochen nach Geburt auf.

»Da diese Erkrankung aber ein Tabuthema ist, empfinden die Mütter die Symptome als persönliches Versagen, glauben, die einzigen Mütter zu sein, die mit der neuen Rolle nicht zurechtkommen, und versuchen daher, so lange wie möglich dem in den Medien verbreiteten Bild der glücklichen und strahlenden Mutter zu entsprechen«, weiß Sabine Surholt, erste Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation Schatten & Licht e. V. »Deshalb spricht man im englischen Sprachgebrauch auch von der Smiling Depression.« Das Problem: Anstatt frühzeitig Hilfe zu bekommen, wird durch diesen Umstand noch wertvolle Zeit verloren. Die Heilung wird hinausgezögert, der Leidensweg verlängert.

Begriffsklärung

Postpartale Depression:
lateinisch: post = nach, partus = Niederkunft, Entbindung
Dies ist eine korrekte und sehr häufig genutzte Bezeichnung für dieses Krankheitsbild. Ebenso kann auch der Begriff Wochenbettdepression verwendet werden.

Postnatale Depression:
lateinisch: post = nach, natus = Geburt
Postnatale Depression wird ebenfalls häufig als Synonym verwendet. Tatsächlich bezieht sich dieser Begriff aber auf den Zustand des Kindes.

Peripartale Depression:
lateinisch: peri = um, partus = Niederkunft, Entbindung
Dieser Begriff legt den Fokus auf die Zeit vor der Geburt. In der Praxis ist er deshalb nicht so häufig anzutreffen.

Postpartale Depression: Symptome gibt es viele

Tatsächlich sind die Symptome von Wochenbettdepressionen breit gefächert, vielleicht ein Grund dafür, warum diese Erkrankung so schwer zu fassen ist. Erkrankte Mütter berichten von seelischen Beschwerden wie Freudlosigkeit über körperliche wie Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen hin zu psychosomatischen Anzeichen, beispielsweise Angst oder zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber. Weitere Symptome sind u.a.:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfung
  • Antriebslosigkeit
  • Traurigkeit
  • Freudlosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gefühl von innerer Leere
  • Gefühl von geringem Wert
  • Schuldgefühle
  • Zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber
  • Grübeln
  • Panikattacken
  • Ängste
  • Zittern
  • Herzbeschwerden
  • Appetitlosigkeit oder verstärkter Hunger
  • Hohe Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Aggressionen und Wutausbrüche
  • Sozialer Rückzug
  • Sexuelle Unlust
  • Suizidgedanken

Hinzu kommt, dass Depressionen häufig schleichend beginnen und viele frischgebackene Mütter unter mangelndem Schlaf, chronischer Müdigkeit und Konzentrationsproblemen leiden. Wer vermutet, nach der Geburt nicht am Baby Blues, sondern an einer Wochenbettdepression erkrankt zu sein, dem kann der Selbsteinschätzungstest EPDS (Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala) einen ersten Anhaltspunkt bieten. Er ist u.a. auf der Website der bundesweiten Selbsthilfeorganisation »Schatten & Licht e. V.« zu finden. Einen Gang in die Praxis kann dieser aber nicht ersetzen.


Depressionen sind behandelbar

Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, an die sich Mütter frühzeitig wenden können. Dazu zählen im ersten Schritt Nachsorgehebammen, Gynäkolog*innen, Hausärzt*innen oder Psychotherapeut*innen, sowie im Falle von Schrei-Babys sogenannte Schreiambulanzen. Auch gibt es zahlreiche Schwangerschafts- und psychosoziale Beratungsstellen von bspw. der Diakonie, der Caritas oder dem Projekt Frühe Hilfen, wo Betroffene entlastende Gespräche führen und konkrete Hilfsmöglichkeiten vor Ort herausfinden können, beispielsweise den Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Akute Fragen können auch bei der Wochenbettdepression-Hotline Rhein-Main (015 77/ 47 42 654) des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt geklärt werden. Und wer verlässliche Informationen im Web sucht, wird auf den Websites der Deutschen Depressionshilfe und des Vereins »Schatten & Licht« fündig. Letzterer führt auch eine deutschlandweite Liste mit Fachleuten und Psychotherapeut*innen, an die sich Betroffene wenden können.

Denn als zentrales Mittel zur Genesung hat sich bei Postpartalen Depressionen die Psychotherapie bewährt – sei es bspw. die Verhaltenstherapie, die systemische Therapie oder ein tiefenpsychologischer Ansatz. Für welche der verschiedenen Therapieformen und -verfahren man sich entscheidet, hängt von der jeweiligen Persönlichkeit und der individuellen Vorgeschichte ab. Frauen, die von mittelschweren Depressionen betroffen sind, können außerdem von der zusätzlichen Gabe von Antidepressiva profitieren. Bei Müttern, die an schweren Wochenbettdepressionen erkrankt sind, ist eine medikamentöse Behandlung auf jeden Fall angezeigt. Ärzt*innen werden diesen außerdem zu einer stationären Therapie raten, damit sie sich schnellstmöglich wieder stabilisieren können. Eine Entscheidung, die betroffenen Müttern oft schwerfällt und die den Familienalltag sehr belasten kann.

Herausforderung Familienalltag

Alle Familien haben in solchen Momenten Anspruch auf eine Familienhilfe, die über die Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden kann. Auch das Jugendamt kann in Einzelfällen weiterhelfen.

Zusammen mit den oben genannten Beratungsstellen und den Sozialarbeiter*innen der jeweiligen Kliniken lassen sich in den allermeisten Fällen individuelle Lösungen für die Zeit der Abwesenheit der Mutter finden. Und dennoch: Egal ob sich die depressive Mutter nun in stationäre Behandlung begibt oder eine ambulante Therapie anstrebt, die Väter müssen in der Regel für die Zeit bis zur Genesung besonders viel stemmen. Deshalb sollten sie gut mit ihren Kräften haushalten und sensibel für das eigene Wohlbefinden sein. Denn sonst droht nach der Genesung der Mutter noch die Depression des Vaters. Um dies zu verhindern, kann es auch lohnend sein, sich mit anderen Angehörigen psychisch erkrankter Menschen auszutauschen. Eine umfassende Übersicht deutschlandweiter Selbsthilfegruppen bietet beispielsweise der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e. V. (BApK) auf seiner Website, auch für andere psychische Erkrankungen.

Nach der Depression: Zurück in einen neuen Alltag

Wie lange es bis zur Genesung dauert, dafür gibt es keine Faustregel. Generell gilt aber: Je früher die Depression erkannt und professionell behandelt wird, desto schneller klingt sie wieder ab. Häufig handelt es sich dabei um einige Monate, in einzelnen Fällen kann sich die Gesundung aber auch länger hinziehen. Was bei vielen Frauen nach der Wochenbettdepression außerdem zunächst zurückbleibt, sind Unsicherheiten und Ängste. Das alte Selbstvertrauen erstarkt häufig erst wieder mit der Zeit.

Die Angst, dass es wieder soweit kommen könnte, beschäftigt Mütter umso mehr, wenn sie sich noch ein Kind wünschen. Tatsächlich spricht in vielen Fällen nichts gegen eine erneute Schwangerschaft. Doch eine Pauschalantwort gibt es nicht. Hier gilt stets die Einzelfallentscheidung. Ob die Familienplanung nun abgeschlossen ist oder nicht, betroffene Frauen sollten auch nach der Überwindung der Wochenbettdepression sensibel für sich selbst sein. Im besten Fall haben sie das in der Psychotherapie mit professioneller Hilfe gelernt und wissen, auf welche Signale und Symptome sie achten müssen und welche Maßnahmen sie dabei unterstützt haben, in einen gesunden Alltag zu finden.

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Marneros

Wir beglückwünschen unseren Autor Prof. Dr. Andreas Marneros zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier möchte durch die Verleihung das »herausragende und vielfältige Engagement auf dem Gebiet der Psychiatrie« würdigen:

Neben Ihren bemerkenswerten Leistungen als langjähriger Leiter und Lehrstuhlinhaber der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben Sie sich bedeutende ehrenamtliche Verdienste erworben. Immer wieder ist es Ihnen gelungen, Wissenschaft und Forschung mit gelebter Praxis zu verknüpfen. Beispielhaft hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang Ihren Einsatz für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die im häuslichen Umfeld leben, sowie für eine Auseinandersetzung mit der Situation rechtsradikaler Gewalttäter und ihrer Opfer.

Sie, sehr geehrter Herr Professor Marneros, haben Ihre Erfahrungen und Ihre Zeit stets uneigennützig in den Dienst der Gesellschaft gestellt und haben hierdurch in vorbildlicher Weise einen wertvollen Beitrag für unser Gemeinwohl geleistet.

Wir freuen uns mit Ihnen!

DGSP: Neue Ausschreibungen für 2022

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP) verleiht 2022 zum dreizehnten Mal einen Forschungspreis und zum sechsten Mal einen Nachwuchspreis für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Sozialpsychiatrie.

13. DGSP-Forschungspreis 2022

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. verleiht 2022 zum dreizehnten Mal einen Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Sozialpsychiatrie.

Einsendeschluss ist der 20. März 2022.

Ein innovativer Charakter, methodische Qualität und Originalität zeichnen die Arbeiten der bisherigen Gewinnerinnen und Gewinner aus. Sie geben neue Impulse für die Versorgung psychisch erkrankter Menschen bzw. krisenerfahrener Menschen.

Der DGSP-Forschungspreis ist mit 3.500 Euro dotiert und wird für theoretische und empirische Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Sozialpsychiatrie verliehen. Er wird an einzelne Wissenschaftler*innen oder Forschungsgruppen auf Vorschlag des Fachausschusses Forschung durch den Vorstand der DGSP verliehen. Der Preis wird anlässlich der DSGP-Jahrestagung im November 2022 durch die Vorsitzenden der DGSP überreicht und die Preisträger*innen stellen die prämierte Arbeit vor.

Kriterien für die Vergabe sind insbesondere die Relevanz für die Versorgung psychisch erkrankter bzw. krisenerfahrener Menschen, der innovative Charakter und die methodische Qualität.

6. DGSP-Nachwuchspreis 2022

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. verleiht 2022 zum sechsten Mal einen Nachwuchspreis für Forscher*innen auf dem Gebiet der Sozialpsychiatrie.

Einsendeschluss ist der 20. März 2022.

Ein innovativer Charakter, methodische Qualität und Originalität zeichnen die Arbeiten der bisherigen Gewinner*innen aus. Die Forschungsarbeiten geben neue Impulse für die Versorgung psychisch erkrankter bzw. krisenerfahrener Menschen. Der DGSP-Nachwuchspreis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird an Nachwuchswissenschaftler*innen auf Vorschlag des Fachausschusses Forschung durch den Vorstand der DGSP verliehen. Der Preis wird in feierlichem Rahmen anlässlich der DGSP-Jahrestagung im November 2022 durch die Vorsitzenden der DGSP überreicht, und die Preisträger*innen stellen die prämierte Arbeit vor.

Kriterien für die Vergabe des Nachwuchspreises sind insbesondere die Relevanz für ddie Versorgung psychisch erkrankter bzw. krisenerfahrener Menschen, der innovative Charakter und die methodische Qualität. Es können sich Absolvent*innen und Studierende von Fachhochschulen und Universitäten mit einer Forschungsarbeit bewerben, die noch nicht promoviert sind. Angesprochen sind beispielsweise die Studiengänge Pflege, Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Sozialmanagement, Medizin, Psychologie und Soziologie. Projektarbeiten, Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten sind willkommen.

Psychiatrie Verlag wird Teil der utb-Familie

Zum 1. Januar 2022 steigt der Psychiatrie Verlag als Gesellschafter bei der Verlagskooperation utb ein.

»Der Psychiatrie Verlag ergänzt aus psychiatrischer Perspektive die bereits im utb-Verbund vertretenen Verlage mit ähnlichen Ansprüchen und Programmen – wir fühlen uns dort zu Hause.«, begründet York Bieger, Verleger des Psychiatrie Verlags, sein Engagement in der Kooperation. »Zudem sind wir überzeugt, dass eine Monopolisierung des Lehrbuchmarktes der Wissenschaft einen Bärendienst erweist und die Sicherung und Stärkung differenzierter und engagierter Programme nur kooperativ erreicht werden kann.«

utb-Geschäftsführer Jörg Platiel erklärt zum bevorstehenden Gesellschafterzuwachs: »Wir freuen uns sehr, mit dem Psychiatrie Verlag den Fachverlag für Sozialpsychiatrie im Gesellschafterkreis begrüßen zu können. Das Programm ist eine willkommene Ausweitung in diesem wichtigen und zukunftsträchtigen Segment. Der Verlag passt mit Programm und Programmatik in hervorragender Weise zu Zielen und Ausrichtung der Gemeinschaft.«

Glück finden, Traurigkeit fühlen

Wenn Depressionen die Zeit nach der Geburt bestimmen

Postpartale Depressionen sind bis heute ein Tabuthema. Dabei erkranken allein in Deutschland etwa hunderttausend Frauen jährlich nach der Geburt an dieser ernst zu nehmenden Krankheit. Doch anstatt sich Hilfe zu suchen, verstecken die Betroffenen häufig ihre Symptome. Leiden heimlich. Fatal, denn je früher die Wochenbettdepression erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

»Alles begann in der ersten Nacht nach Vanessas Geburt. Das kleine Wunder, das nur wenige Stunden zuvor unter Schreien aus meinem Bauch gepresst worden war, lag hilflos in seinem Bettchen. Zwei Hände voll Leben. Verantwortung bis in den Tod. War sie das süßeste Baby von allen? Mütter sagten das angeblich von ihren Kindern. Aber ich war mir da nicht so sicher. Meine Muskeln krampften von den Strapazen und die Endorphine ließen mich nicht schlafen. Vanessa atmete. Sie röchelte. Sie drehte sich um. Sie schmatzte. Und mir liefen Tränen über das Gesicht.«

aus »Mutterglück«

So erzählt Carlotta Frey in ihrem Buch »Mutterglück« ungeschönt von ihrer inneren Zerrissenheit in den ersten gemeinsamen Stunden mit ihrem Baby. Sie ist ein typisches Beispiel für Mütter, die im Zuge von Schwangerschaft und Geburt an Postpartalen Depressionen erkranken. Ein Thema, das in Deutschland bis heute ein Tabu ist.

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