Wir trauern

Sibylle Prins

* 22. Februar 1959      † 14. Juli 2019

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb in der Nacht zum 14. Juli 2019 unsere Autorin Sibylle Prins.

Sibylle Prins war seit 1991 in der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener aktiv. Als Autorin, als Herausgeberin mehrerer Bücher, als Redakteurin der Sozialpsychiatrischen Informationen und als Referentin ließ sie unzählige Menschen an ihren Gedanken teilhaben, brachte sie zum Nachdenken, oft zum Schmunzeln, spendete Trost und schenkte Hoffnung. Im letzten Jahr noch veröffentlichte sie, zusammen mit Svenja Bunt, einen Ratgeber von Psychiatrie-Erfahrenen für Psychiatrie-Erfahrene: »Ein gutes Leben und andere Probleme«.

Ihr feiner Humor, ihre messerscharfen Gedanken und ihre Fähigkeit, das Glück immer auch in den kleinen Dingen zu suchen und zu finden – all das wird uns und so vielen anderen fehlen.

Rezept für einen Sommersalat

täglich ein Blick in die Wolken

um die Seele zu weiten

vor dem Frühstück eine frische Brise

um die Haut zu wecken

und das Oberstübchen zu lüften

ein Stück Obst damit man

die Süße des Lebens schmeckt

jeden Abend Palaver mit Gelächter

einmal wöchentlich mit dem Fahrrad

einen Hügel hinab

für Saus und Braus

mittags ein sanft schläfriger Tagtraum

leicht wie ein Schmetterling

zum Abheben

Sibylle Prins

Aus: Tagtraumzeit-Nachdenkzeit-Lächelzeit, Paranus Verlag, 2010

Eine andere Art von Wahnsinn

Als Stephen Hinshaw, heute Professor für Psychologie und Psychiatrie, als junger Student von der schweren psychischen Erkrankung seines Vaters erfährt, hebt sich ein Schleier von Schweigen und Scham, der 18 Jahre lang über der Familie gelegen hat. In seiner Autobiografie erzählt er vom langen Schweigen und Hoffen seiner Familie.

Rätselhafte Ausbrüche und Abwesenheiten des ansonsten liebevollen und zugewandten Vaters sowie das verschämte Schweigen der Familie und ihrer Umgebung prägten Stephen Hinshaws Kindheit und Jugend.

Die Offenlegung des Familiengeheimnisses nennt Hinshaw seine »psychische Geburt«. Er beginnt, das Mosaik der verheimlichten und oft erschreckenden Lebensgeschichte seines Vaters zusammenzusetzen. Dabei deckt er schließlich auch die korrekte Diagnose für die Erkrankung des Vaters auf: bipolare Störung.

Ein aufrüttelnder Bericht darüber, was Stigmatisierung psychisch erkrankten Menschen und ihren Angehörigen antut und eine lesenswerte, preisgekrönte Autobiografie (Best Book Award, American Book Fest 2018 Autobiography/Memoirs).

»Wunderschön geschrieben, zutiefst bewegend. Ein Meisterwerk«
Glenn Close

Eigene Wege aufspüren

Nach einer Psychose kann der Weg zurück ins Leben schwerfallen. Wie gelingt es, eine solche Erfahrung in das eigene Leben zu integrieren? Gruppen für Psychoseerfahrene können helfen, Recoveryprozesse anzustoßen, zu fördern oder zumindest nicht zu behindern.

Im wechselseitigen Erfahrungsaustausch geht es darum, für sich selbst passende und eigene Lösungen zu finden. Welche Strukturen und Haltungen öffnen recoveryorientierte Gesprächsräume? Welche Herausforderungen gibt es?

In dieser Arbeitshilfe macht ein multiprofessionelles Team seine mehrjährigen Erfahrungen geordnet und praktisch zugänglich und gibt eine Vielzahl an Anregungen, wie ein solcher Gesprächsraum entstehen kann.

Ein Raum des Suchens und Lernens in der Begegnung von Mensch zu Mensch – für die Teilnehmenden ebenso wie für das moderierende Team.

Die gegenwärtige Psychiatrie

Am 18.3. erhebt ein Fernsehbericht von »Team Wallraff« schwere Vorwürfe gegenüber mehreren psychiatrischen Kliniken und einer Jugendhilfeeinrichtung. Die Ausstrahlung sorgt für eine Welle der Empörung und für Reaktionen aus der Politik und von Verbänden. Als erster großer Fachverband veröffentlicht die DGSP diese Stellungnahme. Sie fordert mehr Kontrolle und strukturelle Veränderungen.

Hier können Sie die Stellungnahme herunterladen »

Wer verstehen will, was in den Köpfen von Psychiatern vorgeht, sollte das neue Buch von Stefan Weinmann lesen: eine kritische Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Psychiatrie und ein Vorschlag, wie sich was ändern kann:

Die Vermessung der Psychiatrie – Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebiet.

Safewards

Der neue Band unserer Reihe für psychiatrische Pflege zum Thema Gewaltprävention ist da! »Safewards. Sicherheit durch Beziehung und Milieu«

Gewaltprävention ist ein zentrales Thema für die psychiatrische Pflege. Das am Londoner King’s College entwickelte Safewards Modell zeigt, was Konflikte auslöst und was Pflegepersonen und Patienten zu einer Reduzierung der Problematik beitragen können. Vorgestellt wird ein multiprofessionelles, modulares Interventionskonzept und die Erfolg versprechende Qualitätsoffensive in der direkten, alltäglichen Patientenversorgung!

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Experten für Eigensinn

Wie gelingen Rehabilitation und Recovery bei Menschen mit herausforderndem Verhalten? 20 ehemalige »Experten für Eigensinn« beschreiben ihren Weg, Fachkräfte und Angehörige schildern den Verlauf aus ihrer Sicht. So ist eine Sammlung von Beispielen guter Gemeindepsychiatrie entstanden, berichtet von Praktikern und Experten aus Erfahrung.

In einem fachlichen Teil werden einfache und effektive Methoden vorgestellt, die sich in der Zusammenarbeit mit »schwierigen Klienten« bewährt haben. Dazu gehören Kommunikationstechniken zur Entwicklung einer empathischen Beziehung, Biografiearbeit, Selbstachtsamkeit und die Netzwerkmethoden »Runder Tisch« und »Konsultationsverbund«.

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Dos und Don’ts bei der Reduktion von Psychopharmaka

Die Genesung von Psychosen ist ein langfristiger Prozess. Fast immer kommen dabei Neuroleptika zur
Anwendung. Wie kann der Reduktionsprozess und damit eine Genesung erfolgreich gestaltet und
begleitet werden?

Mit viel Akribie leiten Schlimme, Scholz und Seroka aus den eigenen Erfahrungen und mit Bezug auf
wissenschaftliche Erkenntnisse alltagstaugliche Regeln ab – zur konkreten Umsetzung und Begleitung des
Reduzierens von Psychopharmaka. Dies ist oftmals anstrengend, herausfordernd und nicht immer  krisenfrei. Die Medikamentenreduktion ist häufig der Startschuss für eine nachhaltigere Genesung und stellt gleichzeitig eigene Aufgaben an alle Beteiligten. Zwar gibt es keine Garantie, aber die Autoren
zeigen: Es gibt praktisches, konkret umsetzbares und wissenschaftlich untermauertes Wissen darüber, wie Genesung gestaltet und begleitet werden kann.

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Besuchen Sie uns auf der Leipziger Buchmesse!

Vom 21.03. – 24.03.2019, finden Sie uns in Halle 3, Stand H111. Verpassen Sie auch nicht die kostenlosen Veranstaltungen des Forums Seelische Gesundheit.

Gemeinsam mit weiteren Sach-und Fachbuchverlagen aus den Bereichen Lebenshilfe, Psychologie und Psychiatrie gestalten wir auf der Buchmesse Leipzig seit Jahren das Forum Seelische Gesundheit und organisieren für Sie spannende und kostenlose Veranstaltungen, zum Beispiel:  

Wieder besser drauf! Wie junge Menschen mit Stimmungstiefs und Depressionen umgehen können, Forum Sach- und Fachbuch, Halle 3, H 300, 23.03. 12:30-13:15
Was tun, wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr weiterwissen, sich traurig müde und leer fühlen? Ab wann sind sie nicht mehr nur »traurig«, sondern depressiv? Gunter Groen und Dorothe Verbeek sind Psychotherapeuten und arbeiten mit betroffenen jungen Menschen. Sie können viel darüber berichten, wie es in ihnen aussieht. Und davon, was helfen kann, damit sie sich wieder besser fühlen.

Referent*in: Dorothe Verbeek und Gunter Groen

Weitere Informationen zum Buch »

Die Wunschperle. Vom Einfluss seelischer Erkrankungen auf Geschwisterkinder, Forum Kinder-Jugend-Bildung, Halle 2, B 600, 23.03. 11:00-11:30
Anton, die kleine Schildkröte, ist traurig. Alles um ihn herum wirkt so farblos und leer. Anton zieht sich so sehr zurück, dass seine Eltern Hilfe suchen. … auch für Antons Schwester und Bruder hat sich inzwischen alles verändert. Ein Comic für die ganze Familie!

Referent*in: Caroline Trautmann und Patrick Wirbeleit

Ein Projekt des Bundesverbands der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.

Von gezähmten Tigern, Sonnigen Traurigtagen und Schleuderprogrammen, Forum Kinder-Jugend-Bildung, Halle 2, B 600, 21.03. 11:00-12:30
Eltern streiten und trennen sich, ein Angehöriger erkrankt oder stirbt – Kinder sind dann besonders leidtragend, wenn sie übermächtigem Familienstress sprachlos ausgeliefert sind. Bilderbücher können dabei Orientierung bieten, die professionelle Hilfe unterstützen.

Die Veranstaltung um 14 Uhr im Forum Kinder-Jugend-Bildung (Halle 2, B 600) ist als verlagsübergreifende Buchvorstellung mit Möglichkeit zur Diskussion geplant.

Referentin: Gabriele Hoffmann • BALANCE buch + medien verlag, Carl-Auer Verlag und Mabuse-Verlag

Weitere Informationen zu unseren Kinderbüchern » 

Alle Veranstaltung des Forums Seelische Gesundheit können Sie hier dem Flyer entnehmen. »

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Medizinische/n Direktor/-in gesucht

Das Zentrum für Psychiatrie Reichenau, akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Konstanz, betreibt ein psychiatrisches Fachkrankenhaus mit vier Fachkliniken, einer Forensischen Klinik und psychiatrischen Ambulanzen. Für die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie suchen sie zum 15. Oktober 2019 eine/n Medizinische/n Direktor/-in.

Die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie des ZfP umfasst 78 vollstationäre und 15 extramurale Plätze, verteilt auf vier Stationen sowie eine Forensische Ambulanz mit 40 Patienten und Patientinnen aus dem Maßregel- und Strafvollzug. Die Klinik hat die Pflichtversorgung für forensichse Unterbringungen nach §§ 63, 64, 67ff. StGB sowie § 126a StPO für die Landgerichtsbezirke Konstanz, Waldshut-Tiengen und Rottweil sowie für Einweisungen nach § 64 StGB aus dem Landgerichtsbezirk Hechingen. Sie ist Teil der ZfP Gruppe und arbeitet eng mit den anderen forensischen Kliniken und ZfP-Zentren in Baden-Württemberg zusammen. Sie folgt seit vielen Jahren psychodynamischen Konzepten der therapeutischen Gemeinschaft und kooperiert in Lehre und Forschung eng mit den Universitäten Konstanz und Ulm, für die Ausbildung psychologischer Psychotherapeuten eng mit psychodynamischen und verhaltenstherapeutischen Ausbildungsinstituten in der Region.

Ihr Profil
Für die Leitung der Forensischen Klinik suchen wir eine Persönlichkeit, die bereits über Leitungserfahrung verfügt. Sie verfügen als Fachärztin/Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit psychoanalytischem oder tiefenpsychologischem Hintergrund sowie mit dem Schwerpunkt Forensische Psychiatrie über eine breite klinische Expertise. Wir erwarten Interesse an Forschung und Lehre und möglichst nachgewiesene wissenschaftliche Leistungen, bevorzugt im Bereich Forensik oder Psychotherapie.

Besondere Schwerpunkte der Forensischen Klinik des ZfP Reichenau liegen in der klinischen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung diagnostischer und psychotherapeutischer Konzepte im psychiatrischen Maßregelvollzug sowie in der Konsil- und Liaisonpsychiatrie mit den Justizvollzugsanstalten der Region. Sie haben Interesse an einer ständigen Weiterentwicklung der Klinik- und Versorgungsstrukturen und engagieren sich in der Fort- und Weiterbildung.

Wir bieten Ihnen
Wir bieten Ihnen einen anspruchsvollen und interessanten Aufgabenbereich mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und de Möglichkeit der kooperativen Zusammenarbeit mit qualifizierten Mitarbeitenden auf allen Ebenen.

Nähere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Dr. Dieter Grupp, Geschäftsführer, Tel.: 07531 977 100 oder der Medizinische Direktor der Forensischen Klinik, Professor Dr. Klaus Hoffmann, Tel.: 07531 977 418.

Auf Ihre Online-Bewerbung über unser Bewerberportal bis spätestens 31. März 2019 freuen wir uns. Besuchen Sie unsere Homepage: www.zfp-reichenau.de

Alle Informationen können Sie auch diesem PDF entnehmen »

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