Die DGPPN würdigt in diesem Jahr die Psychiaterin Dr. Maria Rave-Schwank, die über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise zur Weiterentwicklung und Reformierung der Psychiatrie beigetragen hat. Die Wilhelm-Griesinger-Medaille wird für großen persönlichen Einsatz und besondere Leistungen im Arbeitsfeld Psychiatrie und Psychotherapie vergeben. Zum ersten Mal wird einer Nicht-Habilitierten und einer Frau die höchste Auszeichnung der DGPPN verliehen. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank hob in ihrer Laudatio ihr Wirken durch die »ethischen und fachlichen Standards, wie wir sein wollen« hervor.
Maria Rave-Schwank war 1970 Mitglied der Psychiatrie-Enquete in der Arbeitsgruppe Ausbildung und Personal. Ihr gemeinsam mit Christa Winter-von Lersner verfasstes Lehrbuch Psychiatrische Krankenpflege liegt der Einsicht zugrunde, dass jede Psychiatriereform nur mit den Mitarbeitenden gelingen kann und dass insbesondere die Pflege dafür wichtig ist, wie Patient*innen Psychiatrie erleben.
Maria Rave-Schwank setzte sich ein für die Versorgung chronisch kranker Patient*innen in kleinen, wohnortnahen Wohneinheiten ein, für die Vernetzung mit teilstationären und ambulanten Diensten, aber auch für den Aufbau von Arbeitstherapie. Sie war auch eine der ersten, die mit Angehörigen zusammenarbeitete.
Ihre Praxisnähe und Suche nach Nähe zu den Patient*innen und Angehörigen zeigt sich auch in ihren Erinnerungen. Es war ihr wichtig, dass es ein für alle Berufsgruppen und Betroffenen lesbares, nicht-akademisches Buch wurde. Kurz und prägnant, wie sie sich bis heute zu Wort meldet, beschreibt sie, was ihr in der psychiatrischen Arbeit bis heute wichtig ist und ihren Augen zählt: das verfügbare Wissen in die Praxis umsetzen, Anteilnahme, Kritikfähigkeit und fortlaufendes Bestreben nach Verbesserung der psychiatrischen Versorgung.
