Fortbildung: Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten
Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten
inkl. Familien – in einer zunehmend verrückten Welt
Prof. Dr. Thomas Bock / Irre menschlich Hamburg, UKE
»Schon vor langer Zeit habe ich entdeckt, dass ich lieber und vermutlich auch besser mit psychoseerfahrenen Menschen arbeite (…). Der psychotische Mensch wirkt, als sei er in einer eigenen anderen Welt. Und ich kann in Ruhe versuchen, Brücken zu bauen, um ihn in seiner Welt zu besuchen, um unsere Welten wieder zu verbinden und unsere Wahrnehmungen wieder anzunähern.« (aus ›Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten‹ 2026, S. 7)
Menschen mit Psychose-Erfahrung in der Gesellschaft
Mehr Menschen mit Psychose-Erfahrungen als je zuvor landen auf der Straße und in forensischen Einrichtungen. Ist unser Hilfesystem nicht mehr haltefähig genug? Hinzukommt, dass Politik und Medien die Assoziation von Psychose und Gewalt und damit auch den Ausschluss fördern. Im Gegensatz dazu lässt sich die »Durchlässigkeit« von Psychose-Erfahrenen als Ursache der fehlenden Resilienz, zunehmender Bedrohungen und Spannungen verstehen.
Die Psychiatrie ist im Umbruch, das Hilfesystem im Stress, das Zusammenleben immer angespannter, die Welt voller Bedrohungen. Nicht nur, aber auch am Umgang mit Psychosen ist das Miteinander einer Gesellschaft zu messen.
Wie verhindern wir, dass auch Ressourcen entsprechend immer ungerechter verteilt werden? Wie gehen wir damit um, dass viele Türen für eine relevante Gruppe häufig geschlossen bleiben?
Die Fortbildung zum Buch
Die Neuauflage des PraxisWissen-Klassikers »Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten« und die neu konzipierte Fortbildung ergänzen sich und zeigen, dass auch Psychosen ein zutiefst menschliches Phänomen sind, und entsprechend erfahrene Menschen sehr individuelle Hilfen brauchen. Psychosen erzählen vielfältige Geschichten; wir dürfen nicht verlernen, sie zu hören.
In der Fortbildung wie im Buch wird vermittelt, wie Beziehungskontinuität und Flexibilität Wege bahnen und wie eine verbindliche Kooperation auch Menschen mit ausgeprägtem Eigensinn mitnimmt und Verbindung ermöglicht. Familien bleiben hierbei die größte Ressource und sind dennoch manchmal ein »Tatort« für übergriffiges und stigmatisierendes Verhalten – beides Gründe, die Angehörigen intensiver einzubeziehen.
Antworten für Ihre praktische Arbeit finden Sie hier in der Vermittlung multiprofessioneller Hilfesysteme, einem tiefen Verständnis von Psychosen und einer trialogischen Grundhaltung. Die mediale Zuschreibung von Psychose und Gewalt hat Konsequenzen; umso wichtiger ist dem entgegenzuwirken – auf allen Ebenen.
Inhalt der Fortbildung: Tiefes Verständnis von Psychosen. Entwicklung multiprofessioneller Hilfesysteme. Trialogische Grundhaltung.
Zielgruppe:
- Fachpersonen der ambulanten wie stationären Sozialpsychiatrie
- Mitarbeitende der Eingliederungshilfe
- Therapeutisch Tätige
Eckdaten
Termin: Do., 22. (10 bis 17 Uhr) und Fr., 23. Oktober 2026 (09 bis 16 Uhr)
Ort: KairosBlue Spaces, Niehler Str. 104, 50733 Köln
Preis: 458,00 €, zusätzlich 30,00 € Verpflegungspauschale.
Anmeldung und Rückfragen: freiberg@psychiatrie-verlag.de
In Zusammenarbeit mit der AGpR Rheinland
