R&P 2/2017 komplett

»Offene Türen« Bei Heft 2 handelt es sich um ein Schwerpunktheft, dass das Konzept der »Offenen Türen« aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Der erste Artikel von Martin Zinkler und Peter Nyhuis beschäftigt sich mit Modellen und Standards offener Stationstüren in der Allgemeinpsychiatrie. Zunächst werden zwei Modelle offener Stationen beschrieben und die Vorteile gegenüber geschlossenen Stationen aufgezeigt. Die beiden Autoren erarbeiten daraus mögliche Standards, die die besondere Arbeitsweise einer offenen Psychiatrie berücksichtigen. Im zweiten Beitrag von Tanja Henking »Das Konzept der offenen Türen – offen und doch geschlossen?« werden rechtliche Fragen erörtert, die sich aus Psychiatrien mit offenen Türen ergeben. Neben Haftungsrisiken, die es zu bewerten gilt, erweist sich insbesondere der enge Unterbringungsbegriff als Hinderungsgrund für das Konzept. Allerdings zeigt die Autorin auf, dass bei der Beachtung einzelner Anforderungen eine Unterbringung nach dem engen Unterbringungsbegriff auch bei offenen Türen möglich ist. Im Beitrag von Undine Lang, Stefan Borgwardt, Marc Walter und Christian Huber wird der Frage nachgegangen, was die Einführung einer »Offenen-Tür-Politik« konkret bedeutet und wie sie sich auf Zwangsmaßnahmen auswirkt. Nach der Feststellung, dass offene Türen laut Studien zu weniger Zwangsmaßnahmen führen können, wird erörtert, welche Ursachen dieser Effekt hat. Die Autoren sind der Überzeugung, dass die Öffnung von Psychiatrien bei Berücksichtigung der entsprechenden konzeptionellen Maßnahmen dabei helfen kann, die zentral wichtige Beziehungsarbeit in der Psychiatrie zu intensivieren. Im letzten Artikel stellen Jakov Gather, Peter Nyhuis und Georg Juckel unter dem Titel »Wie kann eine offene Psychiatrie gelingen?« konzeptionelle Überlegungen zur Türöffnung in der Akutpsychiatrie an. Zunächst werden Grundsätze einer offenen Psychiatrie diskutiert, im Anschluss daran wird auf spezifische klinische Herausforderungen eingegangen. Es geht hier primär um den Umgang mit akut gefährdeten Patienten mit hohem Entweichungsdrang und gleichzeitiger Behandlung akut und schwer kranker Patienten mit leichter kranken Patienten auf einer Station.