Nikolaidis, K.; Bechdolf, A.: StäB wirkt: Ergebnisse der AKtiV-Studie – Einzelartikel aus SI 2/2026

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Unterstützung für eine Flexibilisierung der Behandlung und Integration aufsuchender Behandlung in die Akutversorgung in Deutschland
Die AKtiV-Studie evaluierte stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StäB) als aufsuchende, teambasierte Akutbehandlung im häuslichen Umfeld im Vergleich zur vollstationären Akutbehandlung. StäB zeigte klinisch bedeutsame niedrigere vollstationäre Wiederaufnahmeraten innerhalb von zwölf Monaten (31,12 % vs. 49,74 %) und weniger vollstationäre Tage im Follow-Up (14,29 vs. 21,11). Dabei führte StäB nicht zu weniger Sicherheit oder geringerer Verbesserung bei Symptomen, Lebensqualität und sozialer Integration als die stationäre Behandlung. Nutzende, Angehörige und Mitarbeitende waren zufriedener mit StäB als mit der vollstationären Behandlung. Ökonomisch verschoben sich Kosten von vollstationären zu StäB- und ambulanten Anteilen, ohne signifikante Unterschiede der Gesamtkosten. Die AKtiV-Ergebnisse befürworten die Flexibilisierung psychiatrischer Behandlungsangebote und flächendeckende Implementierung aufsuchender Behandlung als Regelbehandlung in Deutschland.
Autoren: Konstaninos Nikolaidis, Andreas Bechdolf