Claus, S. et al.: Zuhause-Behandlung von Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen – Einzelartikel aus SI 2/2026

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Multiprofessionell, flexibel, alltagsnah und ohne Klinikbett
Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen weisen ein erhöhtes Risiko für schwere psychische Erkrankungen, Krisenverläufe und wiederholte stationäre Aufenthalte auf. Stationäre Behandlungen können akute Situationen zwar stabilisieren, greifen jedoch häufig zu kurz, da sie das Lebensumfeld der Betroffenen nur unzureichend einbeziehen. Im Rahmen eines Modellvorhabens nach § 64b SGB V wurde am Pfalzklinikum eine störungsspezifische Zuhause-Behandlung etabliert. Ein multiprofessionelles Behandlungsteam behandelt die Patient*innen bedarfsorientiert im häuslichen Umfeld und ergänzt eine stark reduzierte stationäre Krisenversorgung. Erste Erfahrungen zeigen eine Reduktion vollstationärer Behandlungstage, kürzere Krisenaufenthalte sowie eine höhere Behandlungsintensität im aufsuchenden Setting. Die Zuhause-Behandlung trägt zur Stabilisierung, zur Entlastung der An- und Zugehörigen und zur Verbesserung der Lebensqualität bei.
Autorinnen und Autor: Sylvia Claus, Helmut Wagner, Martina Lauer, Anja Kuntz, Jeannette Berger, Petra Haberer