Thoma, S.: Die Verrückung der Aufmerksamkeit: Warum die Frage nach Trumps psychischer Gesundheit in die Irre führt – Einzelartikel aus SI 3/2026

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Vor acht Jahren verfasste ich einen Artikel, in dem ich die damaligen Debatten um Trumps psychische Gesundheit in seiner ersten Amtszeit mit dem Argument hinterfragte, dass dies ein Nebenschauplatz angesichts des hinter dieser Person stehenden, autoritären Machtgefüges sei – ein Nebenschauplatz noch dazu, auf dem die Psychiatrie eine fragwürdige Rolle einnimmt. Auch in Trumps zweiter Amtszeit wird die Debatte um Trumps Gesundheit wieder intensiv geführt, wobei Hinweise auf den geistigen Abbau des US-Präsidenten mittlerweile nur noch schwer zurückzuweisen sind. Im vorliegenden, bewusst collagenartig gehaltenen Beitrag komme ich auf meine frühere Position zurück und versuche, diese weiterzuentwickeln: Die eigentliche Verrückung findet nicht in Trump statt, sondern in unserer durch Social Media »gefrackten« Aufmerksamkeit, unter der wir leiden, von der wir gelähmt sind und die unseren Blick für soziale Ungleichheit verstellt.

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