Recht & Psychiatrie 4/2025
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In dem Beitrag „Der geheimnisvolle Kerndatensatz zum Maßregelvollzug“ kritisieren Lesting und Lindemann die unzureichende Datenlage zum Maßregelvollzug in Deutschland. Mangels bundesweiter Datenerhebungen und der daraus resultierenden Lückenhaftigkeit des Datenmaterials sind vollständige Statistiken kaum vorhanden. In ihrem Beitrag stellen die Autoren ihre Studie zum sog. Kerndatensatz vor. Die Autoren appellieren für zukünftig mehr Aufmerksamkeit und rechtspolitische Initiativen im Bereich des Maßregelvollzugs.
Sörensen und Völlm stellen unter dem Titel „Intramurale Konsummuster im deutschen Maßregelvollzug nach § 64 StGB“ ihre qualitative Studie vor. Bislang wurden dynamische Prädiktoren der Legalbewährung einer forensischen Suchtbehandlung nach § 64 StGB nur unzureichend untersucht. Die qualitative Studie beschäftigt sich mit dem Konsummuster von Patienten*innen während der Behandlung als dynamischen Faktor.
Im dritten Beitrag "Zur Reflektion forensischer Suchttherapie" stellen die Autoren Grotepaß, Langenstück und Schiffer die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zur Patientenperspektive im Maßregelvollzug vor. Ziel war es, die subjektiven Einflussfaktoren der Behandlung aus Sicht von erfolgreich behandelten und regulär entlassenen Suchtpatienten gem. § 64 StGB zu erfassen.
Claassen vergleicht in seinem Beitrag die rechtlichen Rahmenbedingungen für Psychiatrien und deren Patienten in Deutschland und England. Claassen spricht sich am Ende für eine Erschwerung der Zwangseinweisung in Deutschland aus.
Im letzten Beitrag diskutieren von Peter und Zinkler, ob Psychiatrie mit oder ohne Zwang sinnvoller ist. Laut den Autoren führt nicht der Verzicht auf Zwang zu Ausgrenzung, sondern dessen Anwendung selbst. Viele Menschen mit psychiatrischer Erfahrung meiden die reguläre Versorgung gerade wegen erlebter oder befürchteter Zwangsmaßnahmen – und finden stattdessen in selbstorganisierten, nichtinstitutionellen Unterstützungsnetzwerken wirksame Hilfe. Die Autoren argumentieren, dass weniger Zwang nicht zu mehr Obdachlosigkeit oder Forensik führe – wie oft behauptet –, sondern zu mehr Vertrauen und Teilhabe.
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Marina Broll
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