Schmidt-Quernheim: Forensifizierung aufhalten – Best Practice bei Entlassung und Prävention – Einzelartikel aus R&P 1/2026

somdn_product_page
Lange galt die Gemeindepsychiatrie aus Sicht des Maßregelvollzugs nur als komplementärer Dienst. Heute wird der soziale Empfangsraum als zentraler Faktor für Prognose und Stabilität gesehen. Forensische Ambulanzen haben hier Brücken gebaut und die fremdelnden Systeme näher zusammengeführt. Dennoch bleibt das Problem: Viele Patienten müssen im Maßregelvollzug bleiben, obwohl sie eigentlich entlassen werden könnten. Das hat Initiativen ausgelöst, die mehr extramurale Angebote schaffen und die Überleitung in die Eingliederungshilfe verbindlicher machen wollen. Zugleich entstehen präventive Modelle, um eine weitergehende Forensifizierung und einem »Durchreichen der Schwierigsten« mit der wachsenden Verlagerung von der Allgemeinpsychiatrie in den Maßregelvollzug einzudämmen. Unter dem Leitgedanken »Drinnen vermeiden, Draußen halten« beleuchtet der Beitrag rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen und zeigt Strategien und Entwicklungsbedarfe an den Schnittstellen.
Schlüsselwörter: Forensische Ambulanzen, Forensifizierung, Versorgungslücken, Psychiatrieplanung, Prävention von Gewalttaten