Betätigungsorientierung in der psychiatrischen Ergotherapie
Personenzentrierung, Werteorientierung und Teilhabe am Alltag
Selbstwirksamkeit durch Gegenwartsorientierung und Alltagsbewältigung
Die Erfahrung, den eigenen Alltag nicht mehr selbst bewältigen zu können, kann eine psychische Erkrankung aufrechterhalten oder entstehen lassen. Genau hier setzt die Betätigungsorientierung an. Ihr Ziel ist, dass die Betroffenen in ihrem Alltag das tun, was für sie und ihr Leben wichtig ist. Der Begriff stammt aus der Ergotherapie und entspricht einer innovativen Herangehensweise, die diagnose- und altersunabhängig die Alltagskompetenz fördert. Dabei geht es um eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen, die das Tun und das Sein einschließt.
Das Buch ermöglicht die Stärkung von Teilhabe und Recovery durch seine grundlegende und praxisnahe Gestaltung von Text und Arbeitsblättern. Lesende finden hier Anschluss an ein innovatives und internationales Konzept, das nun auch in Deutschland große Wellen schlägt.
Nur wer in einer Krise Respekt erfährt, in der Behandlung Wahlmöglichkeiten hat und Selbstbestimmung erlebt, wird bei weiteren Problemen wieder Hilfe suchen.
„Ich finde das Buch vom Inhalt einzigartig und für die psychiatrische Versorgung/Ergotherapie einen echten Gewinn. Ich lese gerne darin, denn die Themen sind aktuell und „kurz und knackig“ verständlich zusammengefasst.“ (Andreas Pfeiffer, Ergotherapeut)
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Downloadmaterial Teil 1: Erläuterungen und Arbeitsblätter
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Veranstaltungen
Webinar: Achtsamkeit im Alltag: Konkrete Impulse für die Arbeit mit Klient*innen (und für uns selbst)
Achtsamkeit bedeutet, unser gegenwärtiges Erleben bewusst wahrzunehmen, ohne es zu verändern. Klient*innen kann Achtsamkeit zum Beispiel dabei helfen, Abstand zu belastenden Gedanken herzustellen, Frühwarnzeichen zu bemerken oder einen besseren Zugang zu Gefühlen zu finden. Wie können wir also ganz konkret die Achtsamkeit unserer Klient*innen fördern? Wie können wir unsere eigene Achtsamkeit vertiefen und unserem Gegenüber […]



Britta Speller –
Christian Dreher: Betätigungsorientierung in der psychiatrischen Ergotherapie. Personenzentrierung, Werteorientierung und Teilhabe am Alltag
Mit Betätigungsorientierung in der psychiatrischen Ergotherapie legt Christian Dreher ein Fachbuch vor, das aktuelle Konzepte psychiatrischer und psychosozialer Arbeit verständlich aufbereitet und konsequent an der Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ausrichtet. Obwohl das Werk aus der Ergotherapie heraus entwickelt wurde, reichen seine Inhalte weit über dieses Berufsfeld hinaus und bieten auch Fachkräften aus Sozialer Arbeit, Heilpädagogik, Beratung und Therapie zahlreiche Anknüpfungspunkte.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen dabei unterstützt werden können, wieder Zugang zu den Tätigkeiten und Lebensbereichen zu finden, die für sie persönlich bedeutsam sind. Dreher verbindet hierzu Grundlagen der Betätigungsorientierung mit Konzepten wie Recovery, Salutogenese, Ressourcenorientierung und dem bio-psycho-sozialen Modell. Die dargestellten Ansätze werden nicht isoliert beschrieben, sondern in einen nachvollziehbaren Zusammenhang gebracht.
Hervorzuheben ist die hohe Praxisnähe des Buches. Theoretische Inhalte werden anhand von Beispielen verständlich erläutert und immer wieder auf konkrete Handlungsmöglichkeiten bezogen. Dadurch gelingt es dem Autor, auch komplexere Konzepte nachvollziehbar darzustellen. Die zahlreichen Arbeitsmaterialien und Downloadangebote erleichtern zusätzlich die Übertragung in die berufliche Praxis.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden therapeutische Verfahren wie die Acceptance and Commitment Therapy (ACT), achtsamkeitsbasierte Ansätze oder Elemente der Compassion Focused Therapy. Diese werden praxisorientiert eingeführt und in den Kontext einer betätigungsorientierten Arbeitsweise gestellt. Dabei entsteht nicht der Eindruck eines Methodenkoffers, sondern einer in sich stimmigen Arbeitsweise, die den Menschen, seine Werte und seine Teilhabemöglichkeiten in den Mittelpunkt stellt.
Aus psychosozialer Perspektive erscheint die konsequente Ausrichtung auf Selbstbestimmung, Teilhabe und individuelle Lebensziele besonders bedeutsam. Das Buch erinnert immer wieder daran, dass Unterstützung nicht primär auf Symptomreduktion abzielen sollte, sondern auf die Ermöglichung eines für die betreffende Person sinnvollen und lebenswerten Alltags.
Auch die Sprache des Autors trägt zur Zugänglichkeit des Buches bei. Selbst umfangreichere theoretische Inhalte bleiben verständlich und gut nachvollziehbar. Gleichzeitig gelingt eine ausgewogene Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung und praktischer Anwendbarkeit.
Als besondere Stärke des Buches erscheint die ihm zugrunde liegende Haltung. Christian Dreher versteht Betätigungsorientierung nicht als Sammlung von Methoden, sondern als personenzentrierte und ressourcenorientierte Arbeitsweise. Die Orientierung an den individuellen Werten und Lebenszielen der begleiteten Menschen zieht sich als roter Faden durch das gesamte Werk. Unterstützung wird dabei nicht als Steuerung oder Korrektur verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess, der Menschen darin unterstützt, ein für sie bedeutsames Leben zu gestalten. Dadurch wirkt das Buch nicht nur fachlich fundiert, sondern auch für unterschiedliche psychosoziale Arbeitsfelder anschlussfähig.
Fazit:
Christian Dreher ist ein fachlich fundiertes und zugleich sehr praxisnahes Buch gelungen. Die zahlreichen Beispiele, Arbeitsmaterialien sowie die konsequente Ausrichtung an Recovery, Ressourcen und Teilhabe machen das Werk zu einer empfehlenswerten Lektüre für Fachkräfte in psychiatrischen und psychosozialen Arbeitsfeldern. Wer seine Arbeit stärker personenzentriert und an den individuellen Lebenszielen der begleiteten Menschen ausrichten möchte, findet hier zahlreiche Anregungen für die eigene Praxis.
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